Die New York Times befragte fünf 80-Jährige nach ihrer Lebenseinstellung. Einen habe ich heraus gegriffen*:
Das Beste daran 80 zu sein – man hat die Uhren überlebt, die einen gejagt haben. Es ist die Befreiung von der Lüge, irgendetwas sei jemals unter Kontrolle gewesen. Man rennt der Meute nicht mehr hinterher. Man ist ein alter König aus einem untergegangenen Reich. Man lässt sich nicht mehr so leicht programmieren. Man hetzt nicht mehr, um irgendetwas zu werden. Und man wird nicht mehr von dem gejagt, was man getan hat. Man wird vielmehr davon verfolgt, wie wenig davon tatsächlich so von Bedeutung war, wie man glaubte.
Das Schlimmste mit 80 ist, dass man zu allem immer noch Ja sagen möchte, die Welt sich aber weiterdreht ohne zu fragen. Das alte Feuer im Herzen treibt an, dies und jenes zu tun. Doch der Körper sagt: „Das haben wir schon hinter uns.“ Zudem überrascht einen nichts mehr. Das klingt wie ein Luxus, ist es aber nicht; außerdem sind die Illusionen ausgegangen. Die Leute behandeln einen so, als hätte man etwas gelöst oder etwas verloren – dabei ist beides nicht der Fall. Man sieht, wie sich das Leben überall wiederholt.
Das eigentlich Schlimmste am 80 sein ist die Erkenntnis, dass man endlich etwas begriffen hat: Eine Einsicht, die in der Vergangenheit vielleicht alles verändert hätte, als sich noch etwas hätte ändern lassen. Wenn man jung ist, glaubt man, die Zeit schreite voran. Mit 80 weiß man, dass es nicht stimmt: Sie steht still. Wir sind es, die sich bewegen.
Bob Dylan (85)
*Übersetzt mit Google Translate, minimal bearbeitet (rj)
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