27.-29.12.2023 – Wrap up in KL
Wir sind zurück in Kuala Lumpur, genauer in Sepang. Von hier fliegen wir morgen nach Bangkok und beginnen den Thailand-Teil unserer Reise.
In der Umgebung der Hauptstadt Malaysias gibt es viele Möglichkeiten, den Alltag des Landes kennen zu lernen. Wir spazieren durch Shopping Malls und Food Courts (wie hier am Terminal im Flughafen KLIA 2).

Gestern waren wir in der i-City, einem Wohn- und Entertainmentkomplex in Shah Alam. Heute müssen wir das Auto zurück geben, mit dem ich in den vergangenen vier Wochen mehr als 2000 km durchs Land gefahren bin. Für die gut zehn Tage in Thailand gibt es ein eigenes Reisetagebuch, hier der Link:
Reisetagebuch Thailand 1/ 2024
26.12.2023 – Abend(teuer)essen
Unser letzter Tag mit David und Pravleen, bevor sie heute auf die Insel Langkawi aufbrechen und wir zurück nach Kuala Lumpur. Weihnachtslieder immer noch überall im Hotel (und in der Bar), Feuerwerk aus der portugiesischen Siedlung und überhaupt eine festliche Stimmung in Malacca. So langsam aber ziehen die Touristen ab.
Unser junges Paar hatte uns zu einem Abendessen in einem koreanischen Restaurant eingeladen – für mich wurde es ein Abenteueressen. Clou war das Barbeque, im Tisch eingebaut. Ich wurde nervös, weil es neben vielen (Schweine)Fleischvariationen eine Suppenoption mit verschiedenen „Meeresfrüchten“ gab (auf einem Foto dominierte eine graue Krabbe im Topf). Wir einigten uns auf eine Hühnersuppe mit allerlei Gemüsen, Salaten, Reis, Nudeln und verschiedenen Pfännchen mit Huhn und oder Omlette. Seht selbst.

Der Ober erklärte uns das Verfahren und beruhigte „We cook for you at the table!“ Die Suppe wurde zum Kochen gebracht. Fleisch und Gemüse am Tisch gebraten.

Alles schmeckte gut, war nicht scharf und so langsam entspannte ich mich. Es gelang uns, den größten Teil der Speisen zu bewältigen. Alles in Allem ein erinnerungswürdiges Event. Danke David und Pravleen!

25.12.2023 – Geschichtliches
Der Abend gestern endete mit einem Drink in der Openair-Bar im 22. Stock unseres Hotels. Es gab live-Rockmusik und Inder und Chinesen saßen vereint, wenngleich an getrennten Tischen und „feierten“. Heute früh begrüßten uns alle, vorallem die Malayen, mit freundlichem Lächeln und wünschten uns Merry Christmas – die Kinderaugen leuchteten, ganz gleich ob Buddhisten, Hindus oder Muslime. Nach einer Runde im Pool und Frühstück machten wir uns zu Fuß vom Hotel auf aus, um den Bukit St. Paul zu besteigen. An seinem Fuß liegt der Nachbau des Palastes der Sultane von Malacca aus dem 15. Jahrundert.

Die Gegend um den Hügel, der für Malacca so wichtig war (und ist), war voller Touristen. Die Sonne versteckte sich hinter einer Wolkendecke, so dass es trotz erdrückender Schwüle einigermaßen erträglich war.

24.12.2023 – alle Jahre wieder, am liebsten




Wir sind heute Vormittag durch das Jonker Viertel spaziert und haben einige Läden besucht. Die Stadt wurde voller und voller.
Abends dann gab es Bescherung und Dinner mit Blick auf die Stadt.

23.12.2023 – Tag vor Heiligabend
David und Pravleen sind gestern frühmorgens in Kuala Lumpur gelandet und konnten mittags ihr Apartment unweit unseres Hotels beziehen. Wir haben zusammen Abend gegessen. Am Nachmittag sind Anne und ich am Malacca River entlang spazieren gegangen.




Das Weihnachtswochenende ist auch in Malaysia ein langes, die Stadt ist voller Besucher – vor allem aus Singapur und Kuala Lumpur.

Die Innenstadt ist für den Verkehr gesperrt, da am Wochenende der Nachtmarkt in der Jonker Street stattfindet. Gestern Abend wurde er jäh unterbrochen, als sich ein gewaltiges Tropengewitter über der Stadt entlud.
Wir wünschen von Malaysia aus Frohe Weihnachten!



22.12.2023 – Ausflug

Wir haben heute einen Ausflug nach Muar gemacht, knapp 50 km südöstlich von Malacca. Dort gibt es eine kleine Seitenstraße mit Wandmalereien (murals)in einem Muar Culture Walk.


Vor allem aber gibt es mitten in der Stadt eine tamilische Enklave, samt Tempel und einem südindischen Restaurant. Auf eine vegetarische Mahlzeit (meal) vom Bananenblatt konnten wir nicht verzichten.


Auf dem Rückweg machten wir Station im Portuguese Settlement, wo Weihnachten laut und freudig gefeiert werden soll. Aber der extrem verwahrloste Zustand von Outdoor-Restaurants und dem zentralen Platz lässt nicht auf eine angenehme Nacht hoffen. So werden wir mit unseren indischen Besuchern von der Dachterrassenbar unseres Hotels auf das weihnachtliche Malacca blicken. Auf Schnee oder nasse Kälte müssen wir diesmal verzichten 🙂


21.12.2023 – kein Entkommen



Weihnachten entkommen? Das ist in Südostasien unmöglich. Im Gegenteil: Es dudelt „Rudolph the rednosed reindeer“ an allen Ecken. Bei einem Rundgang durch die Jalan Bunga Raya entdeckten wir einen chinesischen Laden, der alles – von Krippenfiguren über Weihnachtsmänner bis Kunststoff-Tannenbäume anbot.

Vormittags sind wir mit dem Auto zu Projekten auf den Landaufschüttungen vor der Küste gefahren. In der Lobby unseres Hotel steht schon das Modell des nächsten Großprojektes Gateway Melaka.


Zu Mittag haben wir ein Restaurant im Hilton gefunden, das uns geeignet schien für ein Buffet mit unserem Sohn und seiner Verlobten an Heiligabend. David und Pravleen reisen heute Nacht von Chennai aus an und kommen morgen früh mit dem Bus aus Kuala Lumpur nach Melaka.
Immer weihnachtlich wirken die bunten Lichter der Fahrrad-Rikshaws, mit denen sich Familien abends durch die Altstadt fahren lassen – mit Musik aus Ghettoblastern. Die Augen der Kinder und Erwachsenen leuchten förmlich mit.



20.12.2023 – first day blues
Den Jet Lag schon vergessen? Jedenfalls haben wir nichts bemerkt. Das Hotel hat einen Pool im 13. Stock, den wir gleich nach Öffnung zu einem frühen Morgenplantsch genutzt haben.



Das Frühstück im Hotel mitten in der Neustadt von Malacca bietet Essen für vier Kulturen: Chinesen (z.B. eine Soup Station), Inder (z.B. Roti und Dhal), Malayen (z.B. Nasi Lemak) und Europäer (z.B. Omlette nach Wahl und Croissants).
Vormittags sind wir mit dem Auto zum Jonker Walk gefahren und haben Läden und Cafes erforscht. Ein Cafe Latte in chinesischen Tassen war etwas besonderes. Ein Hallo beim Schuhmacher Herrn Lim und beim Rattanmacher Herrn Loh waren ebenfalls Teil des Spaziergangs.


Nachmittags sind wir vom Hotel aus in die beiden großen Malls gegangen, die mit dem Hotelkomplex verknüpft sind. Ein Uhrenladen einer bekannten Schweizer Marke hat für uns in einem halben Dutzend Uhren die Batterien gewechselt – kostenlos. Der Tag endete mit einem Bier in der Hotelbar im 22. Stock, mit Blick auf den Bukit St. Paul und die bunt-beleuchteten Rikshaws, die wie Glühwürmchen durch die Altstadt tief unter uns fahren. Neben uns saß eine Gruppe chinesischer Männer. Einer sprach uns in gutem Englisch an und wir kamen ins Gespräch über den Wandel in Malacca unter uns und den in Shanghai. Denn da kam er her. Er hat einen Sohn und die Regierung erlaube jetzt drei Kinder. Da sei der Druck groß. Es sei toll, dass seit Kurzem Malaysia und vier weitere europäische Länder visum-freies Reisen nach China ermögliche.


19.12.2023 – Unterwegs

Ich bin gestern hier in ein Hotel wenige Kilometer vom Flughafen Kuala Lumpur umgezogen. Anne ist moch unterwegs, aber pünktlich heute früh hiesiger Zeit in Dubai abgeflogen. Sie wird um 14.30 Uhr (7.30 Uhr deutscher Zeit) hier landen. Ich hole sie mit dem Auto ab und wir fahren direkt über die Autobahn Richtung Malacca weiter.

Dann heißt es erst Mal ausruhen, eingewöhnen und die Seele baumeln lassen. In vier Tagen kommen David und Pravleen nach, die von Chennai aus nach Malaysia fliegen.

16.12.2023 – Erdbeeren all über all
Weihnachts-Deko hat im islamischen Malaysia jede Hotellobby und jede Mall, die was auf sich hält. So auch mein Hotel in den Cameron Highlands.

Und Weihnachtslieder dudeln non-stop durch die Gegend. Heute früh war Nebel vorm Hotelfenster, aber der lichtete sich schnell und gab die Berglandschaft dem Blick frei.

Die Highlands sind bekannt für ihre Erdbeerfarmen, und da Wochenende und Schulferien sind, war halb Malaysia unterwegs.



Aber neben Eerdbeeren kaufen die Leute auch Blumen und frisches Gemüse.




Ich bin früher als geplant aus den Bergen zurück nach Kuala Lumpur gefahren. Die Nacht war kalt und laut, auf meinem Flur feierten Familien sich warm.

In gut vier Stunden bin ich hier im Hotel nahe dem Flughafen angekommen. Jetzt warte ich auf Annes Ankunft aus Deutschland.

15.12.2023 -auf in die Highlands

Meine Route heute führte über 4 Stunden Fahrtzeit von Penang zunächst zum Kriegsgräberfriedhof bei Taiping und dann an Ipoh vorbei hoch in die Cameron Highlands.



In Taiping liegen bei der Verteidigung von Britisch Malaya gegen die Japaner gefallenen Soldaten aus dem Königreich begraben, die meisten mit dem Todesdatum Januar/Februar 1942. Die Kriegsgräber-Kommission des Commonwealth pflegt die Friedhöfe in Myanmar, Indien und Malaysia. Der in Taiping liegt wunderbar am Rand des Regenwalds, der sich an den Bergen hocherstreckt.
Weiter auf der Autbahn bis Ipoh, von dort führte mich das Navi hoch über die kurvenreiche Straße in die Cameron Highlands. Es fing an zu regnen, was dem Regenwald alle Ehre macht. Gut zwei Stunden ging es hoch bis auf rund 1800 m Höhe. Hier sind es nur noch 20 Grad und die Wolken kleben tief an den Berghängen.


Gewaltige Hotelkomplexe (die Fotos sind vom Balkon meines Zimmers) und Gewächshäuser an steilen Hängen prägen das Bild. Einst war das eine gepflegte Landschaft mit Teeplantagen und Golfplätzen. Vielleicht ist es in Tanah Rata, dem Hauptort der Highlands ja noch so. Heute sind die Highlands weitgehend eine Agrarlandschaft mit Garten- und Gemüseanbau. Der Hit sind Erdbeeren….
14.12.2023 – Memory Lane

So schön der Sonnenuntergang gestern Abend aus meinem Hotelfenster war, heute Morgen war der Himmel grau. Von meinem Plan einer „Inselrundfahrt“ wollte ich mich aber nicht verabschieden, und so fuhr ich kurz vor 10 Uhr in strömendem Regen Richtung Batu Feringhi los. Erster Stopp eine Tankstelle (volltanken für 43 Ringgit = 8,50 €), Mineralwasser kaufen und die Touch n Go-Karte mit 100 Ringgit aufladen – für die lange Fahrt morgen.
Dann kam ich an das Hotel, an dem wir vor fast 34 Jahren auf dem Rückweg aus Bangladesh rund um den Erdball Station gemacht hatten: dem Golden Sands. Es gehört immer noch zur Shangri-la-Gruppe und sieht immer noch so toll und gepflegt aus wie im Mai 1990.


Im Shopping Komplex gegenüber auf der Landseite fand ich einen Frisörsalon. Ein Haarschnitt war überfällig. Dann ging es weiter in die waldreichen Gebirge im Inneren über Balik Palau nach Ayer Hitam – Pause bei einem KFC.
Letzte Station war dann der riesige Kek Lok Si-Tempel am westlichen Stadtrand von George Town am waldreichen Hang gelegen.



13.12.2023 – George Town Blues

Mein Hotel ist gewöhnungsbedürftig: tolle Lage zur Chinatown in Penang, aber „Charme“ der 1970er Jahre. Chinesen sitzen an Tischen mit Plastikdecken, hören Jingle Bells und klopfen spätabends laut an die Zwischentür meines Hotelzimmers. Die Rezeption gab mir sofort ein neues im 15. Stock, von dem ich einen guten Blick auf Penang und die Altstadt habe. Durch sie bin ich heute Vormittag spaziert.

Als Backpacker war ich 1979 in Penang und mit der Familie haben wir 1990 auf der Rückreise aus Bangladesh einen Strandurlaub am Batu Feringhi gemacht, im Norden der Insel Penang (dorthin werde ich morgen früh fahren).



In einem kleinen Cafe mit tropischem Garten im Hinterhof habe ich einen Eiscafe genossen. Heute Nachmittag teste ich den Pool im Hotel.

12.12.2023 – ein Tag auf der Autobahn

Knapp acht Stunden war ich heute von meinem Apartment in Malacca bis zum Hotel hier in der Innenstadt von George Town auf der Insel Penang unterwegs. Es war insgesamt sehr gutes Fahren für die gut 500 km – die Mautgebühr für die ganze Strecke betrug 54 Ringgit, etwas mehr als 10 €.

An der Raststätte Tapah, 50 km südlich von Ipoh, machte ich Stopp – bei McDonald’s. Das war die einzige Pause auf der ganzen Strecke. Um Kuala Lumpur herum gab es Staus, ansonsten kommt man mit den in Malaysia gültigen 110 km/h Höchstgeschwindigkeit gut vorwärts (weil sie niemand einhält).
10.-11.12.2023 – Ladengespräche
Ich habe gestern und heute Vormittag wieder Rundwanderungen im Jonker-Viertel gemacht. Je öfter ich gehe, je mehr entdecke ich. Die Gehwege sind aber eher Hinderniss-Parcouren. Daran ändert auch ein vergoldetes Abwasserrohr nichts.



Ich bin selbst gestern zum zweiten Frühstück mit Suppe in eine chinesische Straßenküche eingekehrt (siehe Beitrag auf Reiners.blog), heute war mein Ziel ein anderes: der Laden von Philip.

Ich hatte ihn gestern zufällig entdeckt und einige Kleinigkeiten gekauft. Dabei kamen wir ins Gespräch und heute früh dachte ich mir, da musst Du wieder hin und mehr über ihn und seinen Laden erfahren. Wir sprachen lange (dazu gibt es einen ausführlichen Bericht in wenigen Stunden auf Reiners.blog). Anschließend genehmigte ich mir einen Eiscafe samt Tiramisu in einem benachbarten Cafe.


Morgen verlasse ich Malacca (und meine Wohnung) nach 12 Tagen und fahre nach Penang im Nordwesten Malaysias weiter.
8.12.2023 – Handwerker im Haus
In der Nacht schwächelte meine Aircondition und bevor sie ganz ausfällt informierte ich meinen Wohnungsmanager darüber. Wong, so heißt er, meldete sich sofort zurück. Er kündigte den Besuch des Handwerkers für 11.30 Uhr an. Ob ich da sei, denn ich müsse sie ins Gebäude lassen.

So verkürzte ich meinen Plan, den Bukit China zu ersteigen, um einen Blog über den größten chinesischen Friedhof außerhalb der Volksrepublik bzw. Taiwan vorzubereiten. Ich fuhr zum Pah Son Teng Tempel, parkte das Auto auf der anderen Seite der Straße, und nahm mir vor, mit Stock und Sonnenschutz die Stufen zu erklimmen. Alle halbe Stunde fährt dort ein chinesischer Reisebus vor, die Gruppen schwärmen kurz durch die Tempelanlage, und weiter gehts, angetrieben von einem Guide.

Ich schaffte es im Schatten wuchtiger tropischer Bäume bis zu den ersten Gräbern am Hang. Da kam mir ein junger Mann von oben entgegen, wir kamen ins Gespräch: Er war aus Barcelona und auf einem drei-wöchigen Malaysiatrip. Ihm hatte die kulturelle Diversität Malaysias und die Abwesenheit von Massentourismus wie in Thailand gut gefallen. Da stimmten wir überein. Er gab mir noch den Tipp, von einer anderen Seite zu versuchen den Hügel zu ersteigen, das werde ich probieren.

Jedenfalls war ich rechtzeitig zurück in der Wohnung. Tatsächlich kamen zwei Männer von Jaya Aircondition Service absolut pünktlich. Ich holte sie im Foyer ab und zusammen mit Leiter und Werkzeugkoffern fuhren wir im Lift 25 Stockwerke nach oben. Während ich auf dem Bett am Computer arbeitete, zerlegten die beiden – ein Chinese und ein Inder – die Anlage oben an der Wand. Nach einer guten Stunde lief sie wieder und ich brachte die beiden runter. Glück gehabt – oder auch: Service Made in Malaysia.
Für Katholiken ist der 8. Dezember Feiertag („Maria Empfängnis“) und der Grund, warum ich Maria im Namen trage. Aus Besorgnis um das schwächliche Neugeborene erhielt ich einen Tag nach meiner Geburt eine „Nottaufe“ und daher den Namen des Feiertages. In Südeuropa oder auch in Österreich ist der 8.12. staatlicher Feiertag. So auch in der kleinen portugiesischen Kolonie in Malacca. Ich machte mich nach 17 Uhr auf dorthin, steckte aber prompt im Wochenend-Verkehr fest (für 2 km Luftlinie brauchte ich 20 Minuten). Rund um den Medan Kampung Portugis, ein großer Parkplatz direkt am Meer, gibt es ein Seafood-Restaurant am anderen. Die „Patrons“ preisen den Ankömmlingen ihre Spezialitäten an, aber Krabben und Krebse sind nicht mein Ding.




Einige Restaurants waren schon weihnachtlich dekoriert, aber die ganze Lichterpracht der Siedlung zeigte sich erst nach der Dunkelheit. Da zog eine Prozession mit einer Marienstatue und Ave Maria-Gesängen um den Platz und zurück zur Kirche – ein Hauch von Fatima, in Englisch und Portugiesen zusammen mit Chinesen und Indern – alle Bürger Malaysias.

Ich fand ein neues Restaurant, das europäisch-amerikanische Küche anbot. Die Besitzerin arbeitete mit ihrem Mann in den USA, war aber zur Eröffnung des Restaurants zurück in die Heimat gekommen. In Heilbronn hatten sie im September bei einer Schwägerin Station gemacht.
So endete der Tag, der mit Handwerkern im Haus begonnen hatte, mit einem Hähnchen Gordon bleu mit Friten und Salat im Portuguese Settlement.
7.12.2023 – ein besonderer Tag
Was macht man an einem besonderen Tag? Ich beschloss einen Ausflug in das 50 km entfernte Muar zu machen. Das ist eine kleine Stadt an einer Flussmündung im Bundesstaat Johor.

Es wurde wohlhabend durch die Plantagen im Hinterland – früher Kautschuk, heute Ölpalmen – und soll laut Wikipedia zur saubersten Stadt Südostasiens gewählt worden sein.


Viel zu sehen gibt es nicht, etwa eine Moschee aus den 1920er Jahren, die im Windsor-Stil gebaut wurde, oder einen südindischen Tempel in bunter Bemalung.


Vor allem aber gibt es gegenüber diesem Tempel ein tamilisches Restaurant. Ich gönnte mir also an diesem besonderen Tag den Luxus, für Chicken Biriyani und einen Egg Roti, samt Sweet Lassi (für rund 5 Euro zusammen) eine Stunde an der Küste Richtung Singapur zu fahren.
Das Restaurant wird auch von den Chinesen im benachbarten Laden genutzt, ein schönes Zeichen.


Am meistenn gefreut habe ich mich natürlich über die vielen guten Wünsche, die mich in Malacca erreicht haben.
Ein guter Grund in die Rooftop-Bar im 22. Stockwerk des Hatten Hotels zu fahren und ein Bier zu trinken. Dieses Hotel wird ab 19. Dezember und über Weihnachten unsere Bleibe – ich habe schlicht getestet in das Parkhaus des Wolkenkratzers zu finden 🙂
Von der Bar fiel der Blick auf das frühabendliche Malacca.

6.12.2023 – Rückgabe



Der Nikolaus meinte es gut heute Morgen: er kam mit einem spektakulären Sonnenaufgang, wohl aus Manila, auf dem Weg ins verschneite Deutschland. Während ich hier schreibe, schau ich draußen in eine graue Suppe. Es gießt und die grauen Wolken gehen in die graue Meeresoberfläche über.
Umso besser, dass ich heute Vormittag meine Jonker Walks fortgesetzt habe.

Vor dem Frühstück war ich Schwimmen. Der Apartmentkomplex, in dem ich wohne, hat im 13. Stock eine riesige Poolanlage. Der See-/Landwind kühlt, das Wasser ist frisch. Bei permanent über 30 Grad sucht man Abkühlung.
In der Stadt war ich um zehn Uhr, vor dem großen Rush (der wegen des Monsunregens heute Nachmittag wohl ausfällt). Ich lief durch die Heeren Street, die auf ganzer Länge saniert ist, mit edlen Läden und Pensionen. Besonders interessant ein Antiquitätenladen, der von der schmalen Fassade zur Straße gut 50 bis 70 Meter nach hinten ging, vollgestopft mit allem was sich vorstellen lässt. Wahres für Bares: Porzellan, Möbel, Münzen etc.



Ich querte die Jonker Street und sah, dass das Minarett der Kampung Kling-Moschee, gestern noch schmutzig grau, heute schon einen Anstrich erhalten hatte.

Am Schluss meiner Runde traf ich Herrn Lim wieder, der mit einem Freund vor seinem Laden stand. Ich sagte ihm, ich hätte ein Mitbringsel dabei, das seit 1979 im Regal meines Arbeitszimmers stünde. Da er sich für den Erhalt der Altstadt einsetzt, erschien er mir der geeignete Mensch zu sein. Ich hatte damals eine Katasterkarte zur geplanten Fächennutzung für meine Staatsexamensarbeit vom Stadtplanungsamt erhalten. Nach 44 Jahren wollte ich die Kartenach Malacca zurück zu bringen. Er war begeistert und dankbar. So kehrt ein Zeitdokument an seinen Ursprungsort zurück.

Ich setzte mich in ein benachbartes Cafe und aß Walnuss-Karottenkuchen zusammen mit einem Cappuccino.


Rechtzeitig vor dem Regen parkte ich mein Auto wieder im 6. Stock des Gebäudekomplexes. Für mich hat der Nikolaus vier Tomaten gebracht 🙂 – die ich auf dem Rückweg einkaufte (Bananen waren leider aus).
Mehr Fotos auf der Hauptseite dieses Blogs und auf reiners.blog
5.12.2023 – China in der Jonker Street

Es wurde ein Tag mit idealem Fotografierwetter. Dabei war heute Nacht ein gigantisches Tropengewitter über der Stadt niedergegangen. Aber heute Morgen fuhren die Fischer aus der portugiesischen Kolonie bei eingehender Flut wieder aufs Meer.

Ich machte mich gegen 10 Uhr auf mit dem Auto auf den Jonker Walk-Parkplatz. Von dort wanderte ich zickzack durch die Gassen, wie immer eine Entdeckungsreise von chinesischer Kultur. Und jedesmal entdecke ich neue kleine Veränderungen. In einem der vielen Cafes bestellte ich einen Eiscafe samt Croissant.

Bemerkswert war die Begegnung mit den Lims in ihrer Werkstatt, in der sie Schuhe mit Perlenstickerei herstellen. Es wurde das erste Gespräch, das ich mir als Programm für diesen Aufenthalt vorgenommen hatte, um mehr Hintergründe über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieser Stadt zu erfahren. Und es war ein Volltreffer.
Ich fuhr von Jonker Walk zum Fuß des Bukit China. Dort gibt es einen Tempel, der die ersten Spuren chinesicher Siedler in Malacca markiert. Er ist ein Muss für chinesische Reisegruppen, da dort eine Statue von Cheng Ho steht, dem Admiral der Ming-Flotten in den ersten Jahren der Dynastie ab 1403. Er spielt gerade heute wieder eine Rolle in der chinesischen Ideologie. Um kurz nach eins war ich zurück im Apartment.

4.12.2023 – (very) Little India

Von meinem Badezimmer aus sah der Tag nicht so vielversprechend aus, aber es kam anders. Die Wolken verzogen sich und nach Frühstück und Abwasch fuhr ich mit dem Auto ins Stadtzentrum. Direkt am Malacca-Fluss fand ich unter Bäumen einen bewachten Parkplatz – vor High Noon ist die Stadt tot. Ideal zum Rumlaufen und Fotografieren. Ich lief durch die Straßen rund um den Dutch Square mit seinen rostroten Gebäuden und dann die beiden früheren Hauptachsen (Jalan Bunga Raya und Jalan Bendahara) entlang. Hier begegnen sich Indien und China so eng wie nirgendwo auf dem Globus.


In der Jalan Bendahara habe ich 1979 gewohnt, als ich in Malacca für meine Staatsexamensarbeit forschte. Heute steht da ein Hotel der französischen Accor-Kette. Aber der untere Teil der Straße ist Indisch at its best.


Ich konnte bei den vielen Restaurants nicht widerstehen und bestellte ein Massala Dosai mit Sweet Lassi als Zwischenmahlzeit.



Ganesh hat sich bislang als Glücksbringer erwießen und die guten Wünsche zu Weihnachten und dem neuen Jahr nimmt der Besucher hier gern entgegen. Jetzt brauchen wir nur noch einen Wedding Planner 🙂

30.11.-2.12.2023 – Anreise
Nach der Landung in Kuala Lumpur saß ich im Rollstuhl! Der freundliche Angestellte der Airline im frostigen Hamburg hatte das beim Einchecken organisiert. Beim Zwischenaufenthalt in Dubai konnte ich auf diese Hilfe verzichten, weil das Abflug-Gate nach Kuala Lumpur nur wenig entfernt war. Aber als der A 380 – pünktlich! – in Kuala Lumpur „andockte“ war mir klar, der Weg bis zur Gepäckabholung wird eine Marathonstrecke. So freute ich mich, als an der Tür ein junger Mann mit eben jenem Rollstuhl wartete. Ich kam mir selten so alt und behindert vor.
Im Rekordtempo schob er mich durch die gewaltige Anlage, über eine Rampe in einen Transitbus und weiter durch Gänge und Hallen zur Passkontrolle. Ich kam am Sonderschalter sofort an die Reihe und war in Minuten in Malaysia eingereist. Am Gepäckband waren wir die Ersten. Irgendwann kam mein Koffer, den er schwungvoll annahm und mich durch die Zollkontrolle schob. Klasse. Ich verabschiedete mich von ihm und wartete auf Level 1 auf den Shuttlebus zum Hotel in Sepang. Der kam um 17 Uhr Ortszeit, eine Stunde später war ich im Hotelzimmer im 18. Stockwerk.

Von wegen Monsun: Am nächsten Morgen ging die Sonne spektakulär hinter den Bergen der malaysischen Halbinsel auf. Ich frühstückte zwischen Typen in schwarzen T-Shirts und Shorts, mit Aufschriften von Audi und Porsche über Michelin bis Renault. Am Samstag (2.12.) fand/findet ein internationales Autorennen auf der nahen Rennstreck in Sepang statt.
Mein „Rennauto“ kam um 11 Uhr. Wie vereinbart lieferte ein junger Inder mein Mietauto für de nächsten Wochen am Hotel ab, gab mir die Schlüssel und weg war er. Größtes Problem – neben der Handhabung des mit Elektronik vollgestopften Autos – blieb der Erwerb einer Touch ’n Go Karte, mit der man die Autobahn-Maut begleichen kann. An „selected gas stations“ hatte ich gelesen gäbe es die. Die nahegelegene Shell-Tankstelle hatte keine, immerhin konnte ich den Tank auffüllen (bei rund 50 Eurocent geradezu ein Spaß). Dann versuchte ich es in einer Shopping Mall, in der es eine Filiale von Watsons gab (sie im Gewirr von Einbahnstraßen zu erreichen wäre eine eigene Geschichte). In der Mall angekommen fand ich die Drogeriekette, aber auch hier keine Karte – wenngleich aufladen hätte ich sie können. Eine junge Malaysierin an der Kasse gab mir die entscheidende Auskunft: einfach auf die Autobahn fahren, am Mauthäuschen würde ich eine bekommen und könne sie gleich dort aufladen.
So war es: an der Auffahrt zur E6 Richtung Seremban und Johore Bahru erhielt ich die Karte, anderthalb Stunden später, an der Abfahrt Ayer Keroh, von der es in die Innenstadt von Melaka oder Malacca geht, konnte ich die Karte aufladen. Problem gelöst. Ab jetzt ist sie ein treuer Begleiter, da man z.B. auch Parkgebühren damit zahlen kann.
Auf der Autobahn war dichter Verkehr Richtung Süden, Malaysia hat Monsunferien. Wie geplant kam ich um 14 Uhr in meinem Apartment im 25. Stock mit Blick über die Straße von Malacca an. Mein Auto parkt im 6. Stock, gut vor der Sonne gestützt. Im Erdgeschoss gibt es einen kleinen Laden für das Nötigste: Ich deckte mich ein mit Butter, Toastbrot, Kaffee, Cookies, Schokolade, Mineralwasser, Milch, Eier – und einem Sixpack Heineken. Nur das Frühstück mache ich mir selbst, Malacca hat ansonsten mehr food places, wie Einwohner 🙂

3.12.2023 Erster Advent
Um 6.15 Uhr heute morgen ging die Sonne genauso atemberaubend auf, wie ich das von zwei früheren Aufenthalten in diesem Apartment in Erinnerung hatte. Eine tolle Einstimmung auf den Tag und überhaupt auf Malacca und die ganze Reise.

Ich machte mir ein Omlette auf Toastbrot zum Frühstück und genoss das himmliche Schauspiel bei eine Tasse Kaffee am Fenster. Den Adventssonntag wollte ich mit einem Gottesdienst beginnen, in der St. Peter’s Church gab es um 10.30 Uhr eine Messe in Englisch. Das Gotteshaus war voll, etwa zwei Drittel Chinesen und ein Drittel Südinder (Tamilen).

Die Kirche war adventlich geschmückt, der Pfarrer zündete die erste Kerze auf dem Kranz an. Nach der Messe fuhr ich zur Jonker Street, in stockendem Verkehr – Wochenende und Ferienzeit in Malaysia – fand ich gerade noch einen Parkplatz nahe dem Cheng Hoon-Tempel.

An einer Straßenecke stand einsam ein Weihnachtsbaum, direkt gegenüber einem chinesischen Tempel und unweit von Hindutempel und der Kampung Kling-Moschee.

Die ersten Touristenströme, meist chinesische Reisegruppen, waren durch die Gassen der Altstadt unterwegs. Ich „flüchtete“ mich in ein schickes Cafe und hatte mit einem Avocado-Sandwich samt Eiskaffee eine frühe Mittagspause. So ähnlich werden sich die Tage hier abspielen: langer Morgen „Zuhause“, dann „Programm“ zwischen 10 und 13 Uhr. Und Aufarbeitung per Blog am Nachmittag. Abends kann ich hier in der Nähe Essen gehen oder einen Lieferdienst bestellen. Um 18.15 Uhr ist es dunkel – der ewig gleiche Rhythmus in den inneren Tropen: 12 Stunden Tag, 12 Stunden Nacht. 365 Tage im Jahr.
