Ich hatte vor ein paar Tagen einen E-Mail-Austausch mit einem guten früheren Kollegen. Er wird bald 80 und lebt in einer Siedlung mit betreutem Wohnen in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina. Peter gehört zu der Generation der Amerikaner, die sich aufmachten in die Welt, nicht um Krieg zu führen sondern um Gutes zu tun. Er war beim Peace Corps, statt nach Vietnam zu gehen.
Er ist einer der wenigen aus meinem Bekanntenkreis in den USA, der sich offen und ungeschminkt zur Politik äußert. Er legt seine ganze Hoffnung auf die bevorstehenden Wahlen zum Kongress. Besonders bedauert er, sich nach seiner Berufstätigkeit nicht in Europa zur Ruhe gesetzt zu haben. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Er, für den sein Land bei aller Kritik die „shining city on the hill“ war, schämt sich zutiefst dafür, was aus den USA geworden ist.
Und das war bevor es einen Kampf mit Männern im Käfig auf dem Rasen des Weißen Hauses gab oder ein „digitales Dokument“, das zudem keiner kennt, als Gewinn eines Krieges verkauft wird. Den keiner wollte, der Milliarden verschlungen hat, der ein Regime als Gewinner sieht, das ausradiert werden sollte. Dass dem Rest der Welt zeigt, die USA sind zum Papiertiger verkommen (wobei nicht einmal diese Metapher stimmt), finanziert von Staatsanleihen mit zunehmend steigenden Zinslasten.
Das Haus, vor dem blutige Faustkämpfe ausgetragen wurden, galt bislang als Symbol eines aufgeklärten, global verbindenden Politikverständnisses. Vor 250 Jahren war das revolutionär, das war noch vor der Französischen Revolution.
Peter war Geschichts- und Sozialkunde-Lehrer. Er würde heute nur noch mit einem schamroten Gesicht vor seine Schüler treten.
Titelfoto: https://media.tag24.de/951×634/g/q/gqjfdu2err6uzvpbxxv0dpd18p0lthr2.jpg
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Ich weiß auch nicht was ich tun soll. Spott und Hohn äußern oder nach Telefonnummern suchen, die diesen Mann aus seiner eigenen Schneekugel befreien
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Sein Arzt hält ihn für gesund. Aber betreutes Wohnen könnte helfen. Ich hab mir mal einen Kasten Waterloo Bier aus Belgien bestellt, Nomen est Omen. Prost nach Riga!?
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