Viele Schlagzeilen in den asiatischen Tageszeitungen lassen zusammen zucken: Ist das nicht unser Reiseziel? Waren wir da nicht letztes Jahr? Was heißt das für künftige Reiseplanungen?

Nehmen wir die Mekong-Anrainer: Laos, Kambodscha, Vietnam und vor allem Thailand sind Top-Destinationen. Und dann Gift im Wasser? Was ist mit den Shrimps aus dem Mekong Delta? Jetzt also Arsen im Mekong. Vermutlich aus der Produktion Seltener Erden irgendwo flussaufwärts. Genauer: „in akzeptablen Grenzen“ schreibt die Bangkok Post (unter 0,01 mg/Liter). Wie beruhigend.
Mekong arsenic levels deemed safe. Bangkok Post, 20.12.2025
Arsenic levels rising in Mekong. Bangkok Post, 31.3.2026
Chiang Mai tops most-polluted cities in global rankings. Bangkok Post, 31.3.2026
So langsam hat man das Gefühl Thailand und seine unmittelbaren Nachbarn werden zu latenten Katastrophengebieten: Erdbeben, die Hochhäuser in Bangkok einstürzen lassen, Smog, der in Chiang Mai und Chiang Rai zum Ersticken führt und vergiftete Flüsse quer durchs Land (wie hier schon über den Kok River berichtet). Der Krieg mit dem Nachbarn Kambodscha, ausgerechnet an dem viel von Touristen genutzten Grenzübergang westlich von Siem Reap, sei noch gar nicht erwähnt. Oder die Zehntausende, die über Bangkok in die Scam Centers (Call Center, deren Zweck Betrug überall in Asien Menschen um ihre Ersparnisse bringt) jenseits der Grenze von Myanmar gelockt und dort versklavt werden. Bei der Demokratisierung macht Thailand kaum Fortschritte, eher das Gegenteil. Malaysia, Singapur und Indonesien sind da viel weiter.

Das ist deshalb tragisch, weil Thailand ein überaus gastfreundliches Land ist, seine Kultur fasziniert und die Thais liebenswerte Menschen sind. Ebenso wie die Nachbarn in Laos, Kambodscha und Myanmar. Ich bin kein Experte für Gesellschaft und Kultur des kontinentalen Südostasien und kann daher nicht einmal theoretisieren, warum Thailand seine politischen und ökologischen Probleme nicht in den Griff bekommt.


Bliebe das Gottkönigtum als moralische Instanz, aber da scheint aktuell auch kein wirkliches Vorbild zu herrschen. Der Tourismus ist ebenfalls zersetzend und korrumpierend, jedenfalls hat der Gast – pauschal als farang bezeichnet (คำที่คนไทยใช้เรียกชนชาติตะวันตกหรือพวกผิวขาว) -nicht dazu beigetragen, Impulse zu setzen. Aber wo hat er das je schon.
Fürs neue Jahr kann man den Thais nur wünschen, nicht aufzugeben und den Optimismus beizubehalten, den wir am Neujahrstag 2024 in Ayutthaya verspürten.
Titelfoto: Der Mekong am „Goldenen Dreieck“ vom thailändischen Ufer aus (2024)
Entdecke mehr von Full Circle
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
