Der Wecker des Reha-Patienten klingelt früh. Um die Zeit ist es noch stockdunkel vorm Fenster der Klinik. Er duscht und kommt zurück: Die Farben des Novembermorgens zeichnen sich durch die Bäume ab. Könnte diese Farbkombination doch den ganzen Tag begleiten, denkt er. So müssen die paar Minuten zwischen Tiefschwarz und Mausgrau für den Tag reichen.
Tatsächlich fließen ein paar Minuten später allerlei Ströme durch den Körper, ganz nach Therapieplan. Muskeln und Nerven werden lebendig, als gäbe es einen Schuss in den Arm. Später sitzt er im Kreis mit Anderen und macht zu einem aktuellen Popsong Übungen mit einem Reifen – die Oberkörpermuskeln sind dankbar. Weiter geht es ins in den Geräteraum für die Krafttherapie: Ergometer, Funktionsstemme etc. Und es ist noch nicht einmal Mittag.


Im Kopf verblassen die Farben des Morgens, aber die Galerie auf dem Smartphone hat noch Farbreserven. Der Patient wischt sich durch Dutzende Bilder und findet welche, die den Tag mit Erinnerungen begleiten. Bis zur Dämmerung fehlt nur noch die Ergotherapie „Feinmotorik“ und „Warmpackung“, dann ist der Therapieplan für den Tag abgearbeitet. Es ist früh dunkel, statt Abendrot Abendbrot. Aber der nächste Morgen wird kommen, der Therapieplan dafür ist schon da. Also: „Put your hands up!“

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