Zwei Schlagzeilen vom gleichen Tag, aber an entgegen gesetzten Punkten der Erde: Die New York Times empfiehlt, Milchkühe in Steaks zu verwandeln, um das wirtschaftliche Überleben der Viehzüchter im Mittleren Westen der USA (ein Land mit gut 300 Millionen Einwohnern) zu sichern.
Ganz anders in Indien: Ein Politiker in Safran-farbener Robe wirft im Wahlkampf der Opposition vor, das Schlachten von Kühen zu unterstützen. Yogi Adityanath gehört der Regierungspartei BJP an und ist Ministerpräsident des Bundesstaates Uttar Pradesh, mit über 200 Millionen Einwohner der bevölkerungsreichste Bundesstaat Indiens.

Man fragt sich zuweilen, ob bei solchen culture clashs ein friedvolles Zusammenleben der Menschheit nicht eine Utopie ist.
Es gäbe andere Beispiele: Ein Kommentar in der in Kuala Lumpur erscheinenden New Straits Times von gestern fordert harte Strafen für Händler, die in ihren Läden NPO-Produkte anbieten – no palm oil. Bei uns wäre das gleiche Label eine Empfehlung für Umweltbewusstsein und dem Schutz tropischer Regenwälder.

Man kann immer gute Gründe für beide konträre Positionen finden: Fleischgenuss ist in den USA Teil der Esskultur, im hinduistisch geprägten Indien ist Fleischverzicht Teil der Esskultur. Und zu Palmöl: Malaysia ist der zweitgrößte Palmöl-Produzent auf dem Globus und trägt damit zur Welternährung bei (und zum wirtschaftlichen Wohlergehen im Land selber). Aber es sollte Raum geben, Palmöl kritisch zu sehen ohne gleich als Staatsfeind zu gelten.
Aber für konträre, ja verfeindete Positionen in Öffentlichkeit und Wahlkämpfen muss man nicht weit weg gehen. Zunehmende Polarisierung kennen wir auch, im Europawahlkampf wird das offensichtlich – bis zu Gewalt gegen politisch Andersdenkende hier im Land. Bislang konnte man dazu auf „fremde Länder“ verweisen.
Vielleicht braucht der Planet einen Konfliktmoderator. Aber was könnte der bewirken, wenn sich gegenseitig aufheizen zur politischen Kultur gehört. So schnell kann das Klima gar nicht mithalten.
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Wenn isch zwei streiten … braucht es einen dritten … Moderator.
Da brauchen wir aber ganz schön viele …
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Hast recht: Ideal, wenn jeder sein eigener Moderator ist. Erst zuhören, dann abwägen und dann urteilen. Aber die meisten lieben wohl Grabenkämpfe.
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