Die Europäische Union ist ein Konstrukt aus Verträgen. (Ja Leute, aus Verträgen, nicht aus „Truths“ eines Verwirrten!) Die werden in langen, teils nächtlichen Sitzungen ausgehandelt, von Experten vorbereitet, von Parlamenten ratifiziert und dann Gesetz: verbindlich und einklagbar. Gerade hat sich der komplexe Mechanismus von 27 Staaten auf ein „Zollabkommen“ geeinigt, das der Mann am Bauzaun seines Ballsaals der EU aufgezwungen hat. Vermutlich kann er sich nicht mehr erinnern.
Zerstört Trump die älteste Demokratie der Welt? BILD.de, 21.5.2026
Einer der wichtigsten Verträge, auf der die EU basiert, ist der von Maastricht.
Er wurde am 7. Februar 1992 von den Regierungschefs in der Stadt an der Maas unterzeichnet. Ich erinnere mich daran, weil ich zeitgleich meinen Job in Braunschweig begann, der mich für 25 Jahre darauf in der Region „zwischen Harz und Heide“ verankerte. Zitat von der EU-Parlament-Webseite: Zu den wichtigsten Innovationen des Vertrags zählen:
- die Schaffung der Grundlage für die Wirtschafts- und Währungsunion und die einheitliche Währung (der Euro) sowie die Festlegung der Kriterien für die Verwendung des Euros;
- die Schaffung der Rechtsgrundlage für sechs neue gemeinsame EU-Politiken;
- die Stärkung der Befugnisse des Europäischen Parlaments und
- die Einführung des Konzepts der Unionsbürgerschaft.
Die D-Mark war gerade in Gesamtdeutschland eingeführt, da machte die Kohl-Regierung den nächsten Schritt im Hauruck-Verfahren: die Einführung einer gemeinsamen Währung (der SPIEGEL läutetet damals Alarmglocken, da es unter der Euphorie der deutschen Einigung keine breite öffentliche Diskussion zur Abschaffung der DM gab). Kohl wusste, dass man über solche geschichtliche Schritte nicht etwa abstimmen lassen konnte (der Brexit hat ihm im Nachhinein Recht gegeben). Aber der Vertrag von Maastricht legte auch die Grundlage für die Gründung einer Partei, aus der die heutige AfD hervor ging.
All das interessierte uns bei einem Besuch vor einigen Jahren in Maastricht nicht. Wir hatten eine geführte Tour „in English“ gebucht, weil wir keine Lust auf Landsleute hatten, die den Niederländern die Welt erklären. Es stellte sich heraus: Wir hatten den Guide für uns. Und der fand es lustig, dass sich Duitse in Englisch durch seine Stadt führen lassen wollten. Überhaupt war er ein sympathischer Typ, der sich exzellent vorbereitet hatte. Er differenzierte übrigens stark zwischen Limburg (der Provinz, dessen Hauptstadt Maastricht ist) und dem Rest der Niederlande.

Wir trafen uns an der Sint Servaas Brug, der alten Maasbrücke (siehe Titelfoto), und machten einen Rundgang durch das mittelalterliche Maastricht mit Gassen, Türmen und Toren bis zum Vrijthof, dem Platz vor der Servatiusbasilika.









Dort erzählte er uns vom berühmten Sohn der Stadt, André Rieu, dessen Konzerte auf dem Vrijthof weltweit ausgestrahlt würden – nicht ganz unser Musikgeschmack, aber sei’s drum.
Sagen wir so, es gibt keinen schöneren Ort samt einer unendlichen langen Theke in der Altstadt, an dem man so weitreichende Entscheidungen fällen sollte wie in Maastricht. Wer also die von Vilnius, Riga oder Tallinn kennt, für den ist Maastricht die Ergänzung im Westen. Und Verträge kann man ja überall abschließen.
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Ach wie praktisch danke, da fahre ich morgen eh hin … gut „getimed“!
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Genau das richtige Ziel für sonnige Tage. Viel Glück 🤞
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