Die Städte Kastilliens sind etwas trutziger als die in anderen spanischen Regionen. Das gilt bestimmt für Avila, rund 100 Straßenkilometer westlich von Madrid.

Hier ist die komplette spätmittelalterliche Stadtmauer samt Toren und Türmen erhalten. Der Besucher kann sie vollständig auf dem Wehrgang umwandern.
Avila ist Theologen und Geistesgeschichtlern bekannt als Geburts- und Wirkungsstätte der Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada (1515-1582) oder einfach Teresa von Avila. Sie gehört zu den wichtigen sogenannten Kirchenlehrer(inne)n und hat den Karmeliterorden gegründet. Es ist erstaunlich sich vorzustellen, dass Teresa zu einer Zeit ihre Glaubensinterpretationen in Briefe und Texte fasste, als Pizarro und Cortez Südamerika plünderten und das Nachbarland Portugal ein Handelsimperium von Mozambik bis Macau aufbaute, als Magellans Mannschaft die Welt umsegelte und der Habsburger Kaiser Karl V. sich mit den politischen Folgen der Reformation auseinandersetzen musste (sein Sohn Philipp II. wurde 1556 König von Spanien). Politisch wilde Zeiten, zu denen der Mystizismus aus Avila in krassem Gegensatz stand.
Bete nicht um leichtere Last, sondern um einen stärkeren Rücken. (Teresa von Avila)
Im März 2019 waren wir für einen Nachmittag von San Lorenzo de el Escorial nach Avila gefahren. Sobald man die Hochebene erreicht hat, verschwinden die letzten Kiefernwälder. Hier oben ist es im März kalt und windig. Auf einigen Höhenzügen des Kastillischen Scheidegebirges lag damals noch Schnee.



Wir parkten das Auto außerhalb der Mauern, da die Altstadt für Besucherfahrzeuge gesperrt ist, und suchten uns einen Aufstieg zum Wehrgang. Als uns auf dem Rundgang die Apsis der Kathedrale den Weg „versperrte“ – sie ist in die Mauer integriert, fanden wir einen Treppenabgang hinunter zur Straße. Die Kathedrale ist Gotik pur, wenngleich in mehreren Bauphasen entstanden.






Die Straßen der Altstadt waren recht verwaist, zu kalt für Außenaktivitäten. Die Zeit reichte für einen Imbiss in einem Straßen-Cafe an der Mauer, das die Sonne beschien. Die meisten Gäste aber behielten ihre warmen Jacken noch an.

Den besten Blick auf die ummauerte Stadt hat man vom Aussichtspunkt Los Cuatros Postes, auf einem Hügel jenseits des Flüsschens Rio Adaja: von dort stammt meine Collage aus drei Fotos (unten und oben im Titel). Sie blendet gnädigerweise ein architektonisch „anspruchsvolles“ Konferenzzentrum vor den Mauern aus – ein irrer Kontrast zum Spätmitttelalter.


Wer Avila besucht, sollte auch nach Segovia weiterfahren. Unsere Reisezeit war damals dafür zu kurz. Im März 2019 blieben wir noch ein paar Tage in Madrid. Und dann kam das Covid-Jahr.
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Beeindruckend! Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele schöne Städte und Landschaften Spanien abseits des Pauschaltourismus bietet. Wieder ein neues Reiseziel auf meiner eh schon langen Liste ☺️
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Absolut, Spanien hat so viele tolle Orte zu bieten. Du hast in deinem Blog ja auch schon viele davon vorgestellt. Am liebsten würde ich mich gleich ins Flugzeug setzen 💘
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