
Es ist auf den Tag ein Jahr her, dass wir im Zug von Zhuhai nach Guilin unterwegs waren. Tags zuvor waren wir von Macau über Land in China eingereist: Visum frei, einfach einen kleinen Zettel an der Grenzstation ausfüllen, Stempel rein, ein freundliches Lächeln und wir waren in der Volksrepublik. Unkomplizierter bin ich in den vergangenen Jahren kaum irgendwo eingereist, außer in der EU natürlich. Ebenso freundlich die Ausreise eine Woche später am Flughafen in Guilin. Dazwischen selbstorganisiertes Reisen, interessante Begegnungen und nur gering eingeschränkter Internet-Zugang (VPN geduldet). Vielleicht bin ich naiv oder hatte Glück: China hat uns überrascht.
Warum ist das erwähnenswert? Weil unser Verbündeter in Sachen Sicherheit, Demokratie, Freiheit und was sonst noch für „Werte“ plant, Besucher aus Visa Waiver countries neben den Fingerabdrücken und sonstigen biometrischen Daten auch noch Social Media-Daten (fällt ein Blog darunter?) der letzten fünf Jahre zu überprüfen.
Schon bei der ESTA-Anmeldung werden künftig – wenn der Vorschlag durchkommt – folgende Informationen erfragt (pdf, das die New York Times veröffentlicht):
Unter Punkt 3: Mandatory Social Media:
In order to comply with the January 2025 Executive Order 14161
(Protecting the United States From Foreign Terrorists and Other
National Security and Public Safety Threats), CBP is adding social
media as a mandatory data element for an ESTA application. The
data element will require ESTA applicants to provide their social
media from the last 5 years. Und unter Punkt 4:
- High Value Data Elements
To comply with the January 2025 E.O. (14161), and the April 4,
2025, Memorandum Updating All Forms to Collect Baseline
Biographic Data, CBP will add several “high value data fields” to the
ESTA application, when feasible. This is in addition to the information
already collected in the ESTA application.
The high value data fields include:
a. Telephone numbers used in the last five years;
b. Email addresses used in the last ten years;
c. IP addresses and metadata from electronically submitted photos;
d. Family member names (parents, spouse, siblings, children);
e. Family number telephone numbers used in the last five years;
f. Family member dates of birth;
g. Family member places of birth;
h. Family member residencies;
i. Biometrics – face, fingerprint, DNA, and iris;
j. Business telephone numbers used in the last five years;
k. Business email addresses used in the last ten years.
Noch ist das ein Entwurf, der zur Kommentierung in den verschiedenen Behörden vorgelegt wurde. Man stelle sich vor, das kommt durch: Jede Reise in die USA wäre eine Übung in bildlich gesprochen „bis auf die Unterhose ausziehen“. DNA? Iris-Scan? Der „gläserne Bürger“ bei uns mit Recht kritisiert, wäre Realität – im Land von Google, Meta und Palantir.
Ob noch Jemand Lust hat zur Fußball-WM zu fahren? Man kann nur hoffen, dass ein solcher Exzess nicht Realität wird.
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Da kann ich nur sagen, was für ein Glück, dass ich schon so oft dort war und nicht mehr unbedingt hin muss.
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Geht mir auch so 😃 Trotzdem eine Tragödie, was das Land sich antut. Wer will da zum Beispiel noch zur WM?
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