Sex im Treppenlift?

Rollatoren-Rennen vor der Reha-Klinik? Schlangestehen für die Grippe-Impfung? Wie stellt man sich „Alter“ und „Altern“ vor? Wie ist es, wenn der Kopf zu Michael Jackson wippt, aber der Körper eher nach Händels „Largo“ entspannt? Vor einigen Jahren schon meinte unsere Enkelin: „Ihr seid ja schon ein richtig altes Ehepaar!“ Sie meinte das im Vergleich zu den Jahren vorher, als wir singend mit Phil Collins‘ „Paradise“ im Auto fuhren und Wettrennen zum Eisstand machten.

„Altern ist nichts für Feiglinge“ hat ein gewisser Joachim Fuchsberger einst geschrieben und damit unsereinem Feuer unterm Hintern gemacht. Klar, uns schweben die Mick Jaggers vor oder Omas, die mit 103 noch Yoga unterrichten. Wer kann das nicht bewundern? Den unter 50-Jährigen wird suggeriert, dass es an ihnen selbst liegt, dieses Ziel zu erreichen. Wo Wille ist, da sei ein Weg. Work-Life-Balance für eine lange Rente? Dem Sozialstaat wird es schwindlig, die Pflegedienstleister wittern Zukunft.

Es gibt für die Fragen keine Antwort. Ein guter Bekannter, der sich jenseits der 50 immer häufiger Gedanken macht, wie „das alles weitergeht“ – er dachte an Altersvorsorge, meinte neulich: Das Schicksal/Karma/Universum habe einfach für jeden eigene Pläne. Das müsse man so hinnehmen, ändern könne man es nicht. Die Kunst sei, damit umzugehen. Wo er Recht hat, hat er Recht: Beruflich hat er es täglich mit Alter und Gebrechlichkeit zu tun und weiß wovon er spricht.

Also, so sage ich mir: Auf in die online-Apotheke fürs e-Rezept und die Physio. Sei kein Frosch: Werde alt!


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