Wir hörten heute vom Konzert, das Bruce Springsteen (75) gestern in Berlin gegeben hat. Das wäre ein tolles Thema, stattdessen beschäftigt mich eine Einladung, die vor einigen Tagen im Briefkasten lag. Wenn man sich der durchschnittlichen Lebenserwartung des eigenen Geburtsjahrgangs nähert, stellen sich zuweilen Fragen, die bis dahin kaum eine Rolle spielten. Erst recht, wenn Rollator und Krücken – krankheitsbedingt – zur Alltagsausstattung gehören.
Aber woher weiß die Friedwald GmbH davon? Die Einladung zu einer Informationsveranstaltung ist an alle „Bewohner des Hauses Im...“ gerichtet, aber eine davon ist ja top-fit. Das schöne Bild eines Laubwaldes in tiefem Grün soll uns für „Die Bestattung in der Natur“ begeistern.
Moment. Die Frage vom Sinn des Lebens (und damit dem Tod) gehört sowieso zu den Grundfragen eines Jeden. Abgesehen davon, dass es in den Nachrichten um nichts Anderes geht. Viele sterben viel zu jung und es gibt Tragödien zuhauf. Aber das eher organisatorisch-planerische Thema „Bestattung“ ist mir noch nicht durch den Kopf gegangen, Rollator hin Krücke her.


Vielleicht sollte es, denn immerhin kann es bei einem Sturz ganz schnell gehen, schon auf der Treppe im oder vorm Haus. Aber Leben ist Risiko vom Moment der Geburt. Also, liebe Firma Friedwald, Danke für die Erinnerung. Ich sollte tatsächlich für den Fall der Fälle planen. Ich oute mich als konservativ und würde den Friedhof dem -wald vorziehen. Und es muss auch nicht indischer Schiefer sein, ein Granitstein mit schlichter Gravur würde es tun.
Ich habe dabei ein Vorbild: Ein Mensch, dessen wissenschaftliche Arbeit und Universitätskarriere ich bewundert habe und der mich beruflich begleitet hat, starb unerwartet in einem Alter jünger als ich es jetzt bin. Obwohl er international und national beruflich tätig war, wollte er an der Seite seines Vaters, weit weg von großen Universitäten begraben liegen. Ich besuche ab und an sein Grab auf einem Waldfriedhof in unserer Nähe. Unter dem Schatten riesiger Bäume erinnert an ihn ein winziger Stein. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten aber leben in Bibliotheken weltweit weiter. Das kann kein Baum und kein Stein ersetzen.
Mir bleibt heute immerhin die Musik von Springsteen, zum Beispiel Dancing in the Dark

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Das Internet weiß alles, aber vielleicht war es einfach nur eine blinde Streupost. Ich bekomme in letzter Zeit auch gehäuft Werbung für Treppenlifte. Sehen die, wie ich morgens die Treppe hinabwanke? Unabhängig davon schadet es nicht, seinen nächsten zu sagen, wie man sich das ganze im Fall der Fälle vorstellt. Spart denen Kopfzerbrechen. Immer in der Hoffnung, dass man es lange nicht braucht.
Viele Grüße
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Danke für die tröstlichen Worte, Marco. Stimmt, den Fall des Falles vorzudenken ist immer gut. Das mit der Treppenlift-Werbung ist mir auch schon länger aufgefallen. Ich werde mich demnächst bei neuen Accounts einfach 30 Jahre jünger anmelden, dann gibt es womöglich Werbung für Gartenmöbel. Alles Gute (es soll ja wieder heiß und gewittrig bei Euch werden) – Autsch, jetzt erhältst Du Werbung für Klima-Anlagen :-)).
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