Am Ende von TV- oder Podcast-Interviews bedanken sich die eingeladenen Experten/Politiker oft mit „Danke, dass ich hier sein durfte“/“Thanks for having me“. Es ist eine schöne Geste und ich überlegte mir, ob sie eine weitere philosophische Bedeutung haben könnte. Ich fragte den Bot von ChatGPT – mein Ratgeber für philosophische Lebensfragen. Hier seine Antwort (als Zitat in blauer Schrift, Schlüsselbegriffe habe ich mit Wikipedia-Links versehen)):
Die Phrase „Thanks for having me“ ist im Alltag eine höfliche Floskel, mit der man sich für Gastfreundschaft, Einladung oder Aufnahme bedankt. Philosophisch betrachtet, lässt sich diese einfache Aussage auf mehreren Ebenen deuten, je nach Kontext und Denkrahmen. Hier einige tiefere Interpretationsmöglichkeiten:

Anerkennung der Gastfreundschaft als Akt der Zwischenmenschlichkeit
Emmanuel Levinas betont die Verantwortung gegenüber dem „Anderen“. Wenn jemand sagt „Thanks for having me“, anerkennt er stillschweigend, dass er aufgenommen wurde – nicht als Recht, sondern als Gnade. Die Dankbarkeit spiegelt eine ethische Beziehung wider. Die Aussage wird damit zum Zeichen des Respekts vor der Offenheit des Anderen, der Raum geschaffen hat.

Existenzielle Anerkennung des „Daseins“ im Raum eines Anderen
Aus einer existenzialistischen Perspektive (z. B. Heidegger oder Sartre) könnte „Thanks for having me“ mehr bedeuten als nur „Danke für die Einladung“ – es ist eine Anerkennung der eigenen Platzierung in der Welt durch andere. „Having me“ kann metaphorisch verstanden werden als: Danke, dass ich „sein“ darf – hier, mit euch, in dieser Erfahrung.

Ontologische Demut
Der Satz kann ein Ausdruck davon sein, dass man sich selbst nicht als selbstverständlich empfindet. Die eigene Anwesenheit wird nicht als gegeben, sondern als zugestanden wahrgenommen. Diese Haltung widerspricht narzisstischen Tendenzen des modernen Subjekts und nähert sich eher einem demütigen Sein-in-der-Welt, wie es etwa bei Martin Buber in der Ich-Du-Beziehung anklingt.

Dankbarkeit als Haltung zur Welt
In der stoischen Philosophie oder auch bei modernen Denker*innen wie Albert Schweitzer oder David Steindl-Rast spielt Dankbarkeit eine zentrale Rolle. „Thanks for having me“ wird dann zu einem kleinen Ausdruck einer größeren Haltung: Ich erkenne an, dass ich nicht alles kontrolliere, und ich bin dankbar für das, was mir gegeben wird.
Metapher für das Leben selbst
Manche interpretieren „Thanks for having me“ auch als etwas, das man am Ende des Lebens sagen könnte – gegenüber dem Leben, dem Universum oder einer göttlichen Instanz. Es wäre dann eine abschließende Geste der Dankbarkeit: Danke, dass ich überhaupt hier sein durfte.
Der Bot hat es auf tief berührende Weise beschrieben: Nicht nur sollten wir für Gastfreundschaft danken, sondern überhaupt dankbar sein auf dieser Welt sein zu dürfen. Das mag wie Hohn für Millionen klingen, die um genau diese Existenz jeden Tag kämpfen. Aber nur wer dankbar sein kann, wird verstehen können, welchen Verlust die anderen haben. Ich wäre froh, wenn ich vor dem letzten Atemzug noch Zeit hätte zu sagen „Thank you for having me!“
P.S.: Der Bot machte noch ein nettes Angebot am Schluss:
Wenn du magst, kann ich diese Gedanken in einem poetischen oder essayistischen Stil ausformulieren – oder auf einen bestimmten Philosophen beziehen.
Danke, lieber Bot; mir reicht der Song von Alanis Morrisette: ….
How ‚bout no longer being masochistic
How ′bout remembering your divinity
How ‚bout unabashedly bawling your eyes out
How ′bout not equating death with stopping
Thank you India
Thank you providence
Thank you disillusionment
Thank you nothingness
Thank you clarity
Thank you, thank you silence
*Titelfoto: K.I. WordPress; Fotos: Lanzarote 2021
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