Die Ratlosigkeit von Börsenprofis oder Wirtschaftsjournalisten ist so offensichtlich, dass selbst Schadenfreude nicht aufkommen will. Sie ergänzt die von Sicherheitsexperten und Militärstrategen seit 2022. Wie solls weitergehen?
Bei uns herrscht ein „Interregnum“ und somit Stille aus Berlin – eigentlich auch mal ganz gut. Ist es nicht souverän, wenn Politiker hinter verschlossenen Türen über die Frage diskutieren, ob verpasste Arztbesuche mit einer Gebühr belegt werden sollen oder wie das Deutschland-Ticket zu finanzieren ist, wenn zwischendurch die Weltordnung zusammenbricht? Glückliches Deutschland.
Ratlosigkeit bei all den hochbezahlten (und mithin kompetenten) Bürokraten in Brüssel: Soll man zurückschlagen, endlich Kante zeigen, oder lieber leise austarieren? Wie geht man mit dem Schießbuden-Kabinett und deren Chef um, deren Ahnungslosigkeit und Gebrabbel zwischen kindlich und besoffen schwankt? Einer sagte wohl neulich im „Staatskanal“ Fox News, dass man zum Beispiel die iPhones wieder daheim zusammenschrauben könne. Millionen Amis, die Telephone zusammen schrauben, wow, das ist doch mal konkret. Bis dahin verdoppeln sich die kleinen Geräte mit dem angebissenen Apfel im Preis (ab heute 104 % Zoll auf Alles aus China).

Beruhigend zu wissen, dass immerhin 54 % der Amerikaner gegen die Annexion von Grönland sind. Was ist mit den 46 %, die sich mit der Idee anfreunden könnten?
Eine Person in dem ganzen Chaos imponiert mir: Karoline Leavitt, die Pressesprecherin. Mit 27 Jahren steht sie, blendend aussehend, am Podium im Weißen Haus und erklärt oder besser deklariert die Politik des Chefs. Klare Sprache, freundliches Gesicht, extrem souverän mit den fragenden Journalisten umgehend, ein Talent, das man sich auch sonst wo wünscht. Ohne mit der Wimper zu zucken wiederholt sie den Quatsch ihres Chefs („working tirelessly for the American people“ oder „the President has been very clear and consistent in that„).
Man könnte sie sich auch in Budapest oder Moskau vorstellen, oder in Berlin, sagen wir 1938 im Pressezentrum der Reichskanzlei: „Karoline, I am Peter from Prague Radio. Just a follow-up question: Is the Fuhrer committed to peace after being successful with the Sudetenland?“ „Peter, the Fuhrer is very consistent in that. He is working all night for the German people. And peace is always on his mind. Next question?“
*Das Titelbild ist von WordPress K.I. erzeugt
Entdecke mehr von Full Circle
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

So viel kann man gar nicht trinken, wie man das besprechen müsste
LikeLike
Hast Recht – und haben wir ja auch gemacht. 🙂
LikeLike
Jenaustens … LG
LikeLike