In der Ferne überwältigen uns zuweilen die fremde Kultur und der Alltag unter tropisch heißer Sonne. Da braucht man einen Ort der Einkehr und des inneren Sammelns (präziser: einen ruhigen Ort, um auf dem kleinen Bildschirm die Neuigkeiten sieben Zeitzonen entfernt zu checken).
Ich habe einen Tipp für Malacca, aber er soll vertraulich bleiben, also nicht weiter sagen: Wer beim Schlendern in tropischer Schwüle müde wird, der sollte im Old Station Cafe im Jonker-Viertel einkehren. Es bietet nicht nur selbst gemachten Tiramisu und viele kleine lokale Gerichte, es ist auch ein einladender Platz für einen Cappuccino zwischendurch.


Im sorgfältig und liebevoll restaurierten Gebäude an der Jalan Hang Kasturi fühlt man sich in einer eigenen Welt von Gastlichkeit. Kelly, Philip und ihr Team haben das kleine Unternehmen erst vor drei Jahren gegründet, mitten im wachsenden Boom des Malacca-Tourismus.
Und die Konkurrenz im Viertel ist groß, jeder öffnet Cafes, Läden und AirBnBs. Langsam transformiert sich das Viertel weg von Leerständen zu einem Ausgehviertel. Es hat aber den Vorteil, das den früheren Shop Houses eine Existenz gesichert ist: So schmal sie von der Straßenseite wirken, die meisten reichen tief ins Grundstück hinein und verfügen sogar über Innenhöfe. Das Old Station Cafe dagegen hat einen Außenbereich am Eingang einer engen Gasse, falls das Wetter es zulässt (ich bevorzuge das klimatisierte Innere).


Vor einigen Tagen schickte mir Philip Fotos von seiner neusten Deko-Idee: Laternen im Nyonya-Stil. Er näht dazu Stoffe in traditionellem Design der Malacca-Chinesen und spannt sie mit Rahmen zu bunten Lampions zusammen. Ich hoffe er macht seine Idee zu einem kommerziellen Projekt.

Philip ist fast mein Alter, aber im Gegensatz zu mir hat er zusammen mit seiner Verwandten Kelly noch den Mut, sich in ein taffes Geschäftsleben zu stürzen. Weiter unten in der Straße hat er einen Rattan-Shop von seinen Eltern übernommen, den er mit seiner Schwester und deren Familie betreibt. Er selbst hat die Technik mit Rattan zu arbeiten und zu gestalten noch gelernt – seine kreative Ader ist angeboren.
„Letzte Generation“ oder doch nicht? Reiners.blog, 11.12.2023
Und zu dekorieren gibt es im multikulturellen Malacca genug: Hier werden sämtliche Festtage der großen Weltreligionen und Kulturen gefeiert. Kreativität und Innovation sind und bleiben also gefragt.


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Danke, nehme ich mir für den August vor
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