Die Fernsehkanäle sind voll von Traumreisen und Abenteuer. Es ist Winter und wer träumt nicht von Sonne, Strand und tropischen Landschaften? Mich darf man getrost dazu zählen. Gestern Abend zeigte 3sat um Viertel vor Zehn einen Film über den Süden Thailands, die Gegend zwischen Phuket und der Küste am Golf von Siam.

Das triggerte Erinnerungen an den August 1979, als mein Freund und ich genau diese Tour von Phuket aus machten – nur sah die Welt dort ganz anders aus: Massentourismus gab es so gut wie nicht, die Strände von Phuket waren menschenleer (zumal es Monsunzeit war, mit hohen Wellen an der Westküste).



Wir buchten eine Tagestour in die Bucht von Phang Nga und fanden uns in einer sehr gemischten Gruppe wieder. Ziel war die sogenannte James-Bond-Insel, in der „Der Mann mit dem Goldenen Colt“ gedreht worden war. Später auf der Reise, in Madras, sahen wir den Film in einem indischen Kino.


An jenem 20.8.1979 schrieb ich ins Tagebuch:
„Dass eine organisierte, ‚touristische‘ Tour voller Abenteuer und Überraschungen sein kann, das hat der heutige Tagesausflug in die Bucht von Phang Nga gezeigt. … An Bord unseres Kleinbusses waren außer uns noch Bruno (der Schweizer), Reg (der Australier) und ein süßes japanisches Paar (Herr und Frau Saiko), ein junger Thai Guide sowie der Fahrer und Koch. Nach fast zwei Stunden Fahrt kamen wir an der kleinen Bootsanlegestelle mitten in den Mangrovensümpfen an. Der bedeckte Himmel und die zeitweisen Schauer auf der Hinfahrt verhießen nichts Gutes. Und so konnten wir denn gleich, nachdem wir aus dem Gewirr der Küstensümpfe ins offene Wasser gekommen waren, die Plane über uns ziehen. Mit gut 30 km/h fegte das flache, schmal-lange Boot übers Wasser. Man saß mit Hab und Gut (Kameras, Geld und Papieren) Zentimeter über dem Wasser, Regen von Oben, Salzwasserschwälle von der Seite. Ein Schwall traf mich an der linken Seite, das Teleobjektiv schwamm plötzlich im Wasser (hat Gott-sei-Dank nichts abbekommen); so waren Foto und Filmaufnahmen dieser großartigen Kegelkarstlandschaft im Meer nur unter größtem Nässerisiko möglich.“
Der Außenbord-Motor des Bootes war von einem Lastwagen auf das Boot montiert und machte einen Heidenlärm. Alles war tatsächlich ein Hauch von James Bond …




Weiter im Tagebuch: „Im strömenden Regen rannten wir auf der James-Bond-Insel vom Boot unter die schützenden Felsen. … Besonders wenig machte das alles unseren Japanern aus (‚I am working for Minolta Malaysia‘). Die beiden hüpften überall rum und fanden das alles ganz fantastisch.„
Im „Programm“ enthalten war der Besuch eines Fischerdorfes auf Stelzen. Auch heute wird dies den Besuchern noch gezeigt, damals war die Armut erkennbar – weit weg vom Image eines „Traumziels“.


Den Abschluss bildete ein festliches Mahl in klitschnassen Klamotten. Aber das japanische Paar sorgte für gute Stimmung: Wir könnten doch einige deutsche Volkslieder singen! Mein Freund und ich kannten keins mit vollem Text („Auf Du junger Wandersmann“?), dafür die Japaner. Aus vollem Herzen stimmten sie an – nach Darreichung eines lokalen Schnapps: „Ich weiß nicht, was soll das bedeuten, dass ich so traurig bin …“ Und „die Fahrt zurück im Regen wurde zu einem japanischen Erlebnis. Um die Wette sangen Herr und Frau Saiko deutsche Volkslieder.“ Die Loreley und Heinrich Heine in Phuket, ein Höhepunkt an globalem Kulturaustausch.

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Ach schön, in Phang Nga Bay war ich 2003, da war dann schon deutlich mehr los.
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Oh klasse, Du warst da auch?
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Oh ja, Bangkok, Pukhet und da irgendwo ein Tagestrip nach James Bond Island 😉
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