Grenzen + Kontrolle

Das ist sie wieder, die gute alte Zeit: Grenzen gibt es, damit man kontrollieren kann. Ein Politiker verglich das neulich in einer Talkshow mit der Haustür, die muss man ja auch nicht jedem öffnen. Der Nationalstaat ist wie ein Haus: nur willkommene Besucher lassen wir rein. Ein absurder Vergleich.

Ich habe leicht reden, hier im topographischen Mittelpunkt Deutschlands. Flensburg, Konstanz, Frankfurt/Oder und Aachen sind hier weit weg. Aber ich habe immer gern an Grenzen gewohnt: in Aachen, Trier oder Saarbrücken. Das sorglose Hin- und Herfahren, zum Beispiel für die Berufspendler zwischen Eupen und Aachen, Forbach und Saarbrücken oder Bad Bentheim und Hengelo ist erst mal vorbei. Die Grenzregionen haben vom freien Verkehr profitiert, wie etwa der Raum Trier-Luxemburg. Das wird jetzt erstmal geopfert.

Wir hebeln das Schengen-Abkommen aus, eines der wesentlichsten Errungenschaften des Projektes Europa. Klar, ich kann die Polititk verstehen, die angesichts der Mord-Attacken durch religiöse Fanatiker zum Handeln gezwungen ist. Landtagswahlen wollen gewonnen werden, um das Regieren nicht einer blauen Truppe zu überlassen. Aber gleich das halbe AfD-Programm umzusetzen, verhindert das auch nicht. Es gibt bestehende gesetzliche Möglichkeiten im Umgang mit kriminellen Migranten – da muss man nicht die Werteordnung der EU in die Tonne treten.

Uns bleiben nur noch die Hochwasserscheitel der Flüsse, die unkontrolliert die Grenzen übertreten. Es lebe das vereint zerstrittene Europa – Regenschirme für Alle!


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Ein Gedanke zu “Grenzen + Kontrolle

  1. Weißt du was interessant war: wenige Tage später, kam in den Brandenburger Nachrichten, dass die Grenzschließungen nicht zu dem erwarteten Verkehrschaos geführt haben.
    2-3 Beiträge später in den Verkehrsnachrichten jedoch hieß es, es gäbe Stau in Richtung Polen….
    What?

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