Ein Blick in den Spiegel, bevor man das Haus verlässt – Spiegel hängen meist im Flur. Jetzt aber geht der Tag mit dem Blick in den Spiegel los: dem Medaillenspegel. Die Wettkämpfe in Paris haben noch nicht begonnen, da haben die online-Medien schon die Maske dafür freigeschaltet – 000 steht überall in seltener Egalität.


Das Vier-Stunden-Spektakel gestern Abend verdient schon einmal eine Medaille für Ausdauer im Regen, bei dem Sport und Athleten fast keine Rolle spielten. Ich träumte heute Nacht von Klavierspielern auf verregneten Dächern, von Tänzern auf pitschnassen Laufstegen und von einem mysteriösen silbernen Pferd auf einem Fluss. Hoffentlich fliegt der Ballon mit der Flamme nicht davon, denk ich mir.
Gewinner ist Paris mit Images, die um die Welt gehen. Dafür war der ganze Aufwand gedacht. Eigentlich braucht Paris das aber nicht. Sei’s drum, vielleicht braucht das Frankreich.
Beim Medaillenspiegel bin ich mir nicht sicher: Wenn Micronesien eine goldene im Surfen gewänne oder die Mongolei beim Rugby, das wäre was. Aber im Ernst: Ist eine goldene im Synchronschimmen von gleichem „Gewicht“ wie im Zehnkampf oder Gewichtheben? Wenn ja, dann schlage ich dem IOC gleich eine neue Disziplin vor (Mindestalter 69): Treppensteigen. Der Eiffelturm böte sich schon mal an.
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Boaaah, ich habe ja nur die Hälfte der Eröffnungsfeier gesehen und fand’s echt too much.
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