Die siebte Kugel trifft

Der Schütze muss treffen, will er sein Lebensziel erreichen. Bislang war ihm das lange nicht vergönnt, daher kommt der Pakt mit dem Teufel gerade Recht. Der verspricht: Gießt du mir sieben Kugeln, nachts in einer unheimlichen Schlucht, wird die siebte eine Freikugel. Sie trifft immer.

Klingt nach einer Verschwörungstheorie im US-Wahlkampf? Nicht ganz. Es ist die Essenz der Oper „Der Freischütz“. Das Werk von Carl Maria von Weber aus der Romantik wird diesen Sommer auf der Bregenzer Seebühne gezeigt. Allem Anschein nach eine tolle Inszenierung, die Lust macht dafür an den Bodensee zu fahren. Als Tertianer am Gymnasium mussten wir die Oper – damals im Staatstheater Wiesbaden – im Musikunterricht über uns ergehen lassen.

Es geht um Jägerei („männliches Verlangen“ singt der Jägerchor) und Gewehrkugeln, es geht um die Rivalität zweier Männer um ein Mädchen. Und es geht um Heimtücke, Eifersucht und bad choices, würde man im Amiland sagen. Also doch der US-Wahlkampf? Die Geschichte bei Carl Maria von Weber endet glücklich, der Protagonist heiratet schließlich seine große Liebe. Und der Verräter fällt der siebten Kugel zum Opfer.


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