Einfaches Bezahlen mit 2 Apps, 3 E-Mails & 4 Sonderzeichen

Mindestens acht Buchstaben (darunter einer groß), eine Zahl und ein Sonderzeichen sollte das Passwort enthalten. Sicher leicht zu merken. Wenn es schon bei der Registrierung für die App „zum einfachen und bequemen Bezahlen“ so los geht, sehe ich schwarz. Aber ich versuche es, will ja nicht zum „alten Eisen“ gehören.

Ich soll möglichst zugangssichere und unterschiedliche Passwörter wählen (die dann Google auf meinem device speichert!). Wie soll das gehen? Ob Kranken- oder Sparkasse, ob Versicherung oder Kreditkarte, Autovermietung, Hotelkette oder Airline – „Nutzen Sie unsere App zum bequemen Buchen/Bezahlen/Einchecken von nur einem (!) Gerät.“

Neulich beim Arzt: Ich brauchte kurzfristig eine Info von der Krankenkasse, weil die „Gesundheitskarte“ abgelaufen und die neue wohl noch in der Post war. Vom Handy aus hing ich mehr als zehn Minuten in der Warteschleife einer 800er Nummer. Unentwegt wurde ich auf die vielen Vorzüge der App hingewiesen. Als ich endlich eine Ansprechpartnerin erreichte (zum Glück keine AI), erledigte sie das Anliegen schnell, wies aber daraufhin, dass ich das Formular auch einfach von der App aus hätte anfordern können: auf einem 4 x 4 cm Bildschirm und ohne Lesebrille zur Hand? Und wo hätte ich wohl das Passwort gefunden?

Unser Leben besteht zusehends aus Apps, aus weiteren Apps und immer neuen Apps. Dann gibt es App Up-dates und eine neue Super-App, die drei oder vier Apps zusammenfasst. Alle zu kriegen im Play Store (also was für Kinder, auf den Namen muss man erstmal kommen). Alle speichern Zeit und Ort, aber auch, was ich mit der App gemacht habe. Ich hinterlasse eine Spur meines Privatlebens: Bin ich der typische App-Nutzer, der sonntagsfrüh bei IKEA nach Sonderangeboten sucht? Oder beim Waldspaziergang kurz den Kontostand checkt? Oder im Restaurant bei Google nach „gluten freien Nudeln“ sucht? Die Apps wissen alles.

Hauptsache registriert, Ortung frei geschaltet („damit Sie unsere App optimal nutzen können“) und ein sicheres Passwort gewählt. Meines für jetzt? என்னை சுவைக்க (das ist Tamil).


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4 Gedanken zu “Einfaches Bezahlen mit 2 Apps, 3 E-Mails & 4 Sonderzeichen

  1. Das ist tatsächlich eine Pest mit den vielen Apps und den Passwörtern. Vor allem, wenn man sie nur einmal im Jahr braucht. Mein Sohn empfahl mir einen virtuellen Passwort-Safe, z. B. Bitwarden. Wollte ich eigentlich auch längst mal angehen. Der speichert alle Passwörter und kann auf alle Geräte synchronisiert werden. Einziger Haken: wenn du das Passwort zum Safe vergisst, ist alles weg. 🤪

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    1. Wir müssen wohl alles an Passwörtern in Hardcopy im Banksafe hinterlegen, schon für die Nachkommen – damit sie Abos kündigen und Rabattmeilen nutzen können 🙂 Danke für den Tipp Deines Sohnes. Was wären wir ohne unseren digital-versierten Nachwuchs. Meiner hat mein Dual-SIM-Handy in Indonesien zum Funktionieren gebracht und ich habe dort gelernt, wie man einen WLAN Hotspot in der Wildniss einrichtet. Priceless 🙂

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  2. Appsolut richtig, wir brechen uns einen app, uns Passwörter zu merken und zu speichern, die man app und zu mal braucht. Appgefahren.

    „Several apps per day and the doctors is on the way“ …
    Ring … ring …

    Schönen Abend!

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