Die lange Sommerreise ist vorbei, das Fotoalbum angelegt und sobald die Spekulatiuszeit beginnt und die Tage kürzer werden, sind die Dias gerahmt und die Show mit Freunden und Lambrusco aus Literflaschen kann beginnen. So war das bei mir in den späten 70ern und frühen 80ern.

Zu Beginn der Semesterferien hatten wir uns oft am Flughafen verabschiedet, auf dem Weg zu mehrwöchigen Rucksacktouren Richtung Colombo, Bangkok oder Djakarta. Das war Ehrensache. Jetzt galt es die Erlebnisse und Erinnerungen zu teilen, die Nächte waren lustig und lang.
Das Abenteuer aber begann schon am Flughafen. Das Einchecken zu einem Flug um die halbe Welt – vor Kreditkarten, Handy oder WhatsApp – war schon wie ein halbes Auswandern. Mit der Bordkarte in der Hand Richtung Abflug-Gate ließ man die alte Welt hinter sich und war auf sich gestellt. Nur Dollar- oder DM-Noten, Reiseschecks und für den Notfall R-Gespräche blieben als Rückversicherung. Wehe Pass oder Flugticket gingen verloren. Außer über Postkarten und postlagernde Briefe gab es keinen Kontakt mehr mit der Heimat bis zur glücklichen Heimkehr. Frühestens nach 14 Tagen konnten die Lieben daheim erfahren ob man angekommen war – ähnlich wie bei einer Raumsonde zum Saturn, deren Signal die Erde nach Tagen erreicht.









Flugtickets aus jener Zeit waren dabei auch Trophäen vergangener Abenteuer. Heute haben die mit den bunten Emblemen bedruckten rechteckigen Scheine Archivwert, in ein paar Jahrzehnten werden sie wohl in Sonderausstellungen gezeigt, oder unter Sammlern gehandelt, wie seltene Briefmarken. Ich hatte einige aufbewahrt und bevor sie dem Schredder anheim fielen gescannt. Unter ihnen sind solche von Airlines, die es nicht mehr gibt. Andere haben ihre Corporate Identity geändert (unsere Kranich-Linie ist dabei bemerkenswert konstant, siehe Ticket unten, das über 50 Jahre alt ist).




Völlig unvorstellbar sind heute per Hand ausgestellt Tickets.

Wer sich in unserer Zeit mit QR-Code auf dem Handy mit dem Self Check-in herum schlägt, dem entgeht der Flair, den ich damals empfand. Das freundliche Lächeln am Schalter, die guten Wünsche für die Reise beim Aushändigen der Bordkarte, alles verschwunden. Anfangs habe ich mich gegen diese Anonymisierung gewehrt, suchte verzweifelt eine Person an irgendeinem Schalter. Vor allem aber in Südostasien gibt es sie nicht mehr, alles was bleibt ist ein Zettel ähnlich einem Kaufbeleg aus dem Supermarkt. Und es nagen schon vor dem Start die Zweifel, ob der selbst aufgegebene Koffer je sein Ziel erreicht.




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Eine tolle Sammlung hast du da 😉
Wusste gar nicht das King Fisher im Aviation-Geschäft war … hoffentlich nicht bei den Piloten in der Kanzel !
PS: solch ein Ticket, konnte man sich auch lässig in die Brusttasche des Hemdes stecken. Geht heut gar nicht mehr mit den großen schweren Handys …hängt immer schief 😉
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