Wir alle kennen das: Irgendwann reicht es. So ging es einem Elefanten in Thrissur, im indischen Kerala. Die Meldung im online-Portal von India Today fiel mir auf, weil sie so menschlich wirkt.

Zitat (übersetzt): „Am Samstagmorgen lief ein Elefant in Thrissur (Kerala) Amok, beschädigte mehrere Fahrzeuge sowie Wohnhäuser und löste in der Nähe des Vadakkumnathan-Tempels Panik aus. Das Tier – ein Elefant namens Shivalakshmi Ayyappan, der aus Kollam nach Thrissur gebracht worden war – geriet während eines Fototermins vor dem Tempel außer Kontrolle und rannte mehrere Kilometer weit. Auf seinem Weg durch Wohngebiete beschädigte der Dickhäuter Tore, Grundstücksmauern und zahlreiche Fahrzeuge, darunter Autos und Autorikschas.
Augenzeugenberichten zufolge geriet das Tier während des Fototermins nahe dem Eingang „South Gopuram“ des Tempels in Unruhe; anschließend stürmte es plötzlich durch die umliegenden Straßen und löste dabei weitverbreitete Panik aus.„
Da war Shivalakshmi Ayyappan von der Stadt Kollam weiter südlich in Kerala eigens für ein photo shooting angereist, vermutlich auf einem Lastwagen, weil die Zugabteile zu klein sind, und dann das. Am Südtor eines Tempels, vor dem der Elefant posieren sollte, drehte er durch. Mindestens zwei Häuser und sechs Autos wurden beschädigt.
In einem saß Frau Sangetha, als der Elefant ihr Auto in den Straßengraben schubste. Sie kam mit dem Leben davon. Weiter in dem Bericht: „Der Elefant erlitt Verletzungen und blutete aus dem Ohr, bevor er nach fast einer Stunde unter Kontrolle gebracht werden konnte. Mahouts gelang es später, ihn durch Anketten seiner Hinterbeine zu fixieren, obwohl er noch einige Zeit unruhig blieb.
Forst- und Polizeibeamte, darunter der Abgeordnete Rajan Pallan und der Forstdirektor Joseph Thomas, trafen am Ort des Geschehens ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Ein Elefantenteam wurde eingesetzt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die Beamten erwogen gegebenenfalls auch den Einsatz von Betäubungspfeilen.
Der Staatsminister für Jugendwohlfahrt, Sport und Registrierung, OJ Janeesh, erklärte, es seien Anweisungen für ein sofortiges Eingreifen erteilt worden und hochrangige Forstbeamte würden den Schaden für die Entschädigungsberechnung begutachten.
Wie gut, dass lokale Politik sofort zur Stelle war. Auch bei Timmy am Ostseestrand hat das geholfen. Nur dass Timmy jetzt obduziert wird. Der Elefant hingegen hat sich beruhigt, die Schäden werden durch öffentliche Mittel kompensiert.

Uns gelüstet es zuweilen auch nach Amok (das Wort stammt übrigens aus dem Malaysischen), aber wir ballen halt die Fäuste heimlich in den Hosentaschen. Wie gut, dass in Kerala alles so reibungslos funktioniert. Ich frage mich, ob wir in der Lage wären einen Elefanten sagen wir aus Magdeburg vors Brandenburger Tor für ein Shooting zu bringen? Bei uns knicken „Elefanten der Lüfte“ ja schon am Gate ein.
Titelfoto: Vor dem Palast in Thrissur (1984)
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