Auch wenn ich in den letzten Jahrzehnten weit weg von Landesgrenzen wohne, so waren die Zeiten in Grenznähe immer ein wenig interessanter als hier in der Mitte der Republik: Ob in Trier (Luxemburg) oder Saarbrücken (Frankreich), aber vor allem in der ersten Stadt „weg von Zuhause“: Aachen. Viele Kommilitonen wohnten in Vaals, der niederländischen Nachbarstadt nur ein paar Kilometer weg von den Instituten der TH. Die Englischkenntnisse ließen sich perfektionieren, wenn man niederländisches Fernsehen schaute. Amerikanische Filme liefen dort meist im Original.


Nun haben die Niederländer (mal) wieder gewählt und die (noch nicht endgültigen) Ergebnisse lassen unsere Parteienvielfalt geradezu eintönig aussehen. Im Nachbarland gibt es keine 5 %-Klausel und so können die Wähler aus einem Strauß von Parteien wählen. Dem Vernehmen nach waren hohe Mieten und Wohnungsnot wichtige Themen – kennen wir auch.


Bis jetzt haben 12 Parteien Sitze im Parlament in Den Haag, weitere zehn standen auf dem ziemlich großen Wahlzettel. Die PVV (das ist in etwa unsere AfD) hat elf Sitze verloren, eine Partei mit dem aufregenden Namen D66 (liberal-progressiv) hat die Stimmenzahl mehr als verdoppelt und liegt gleichauf mit den Rechten. Da mit denen niemand koalieren will, muss der 38-jährige Rob Jetten von D66 jetzt Koalitionspartner finden. Das kann dauern, manchmal mehr als ein halbes Jahr. Drücken wir ihm die Daumen, gibt mal ein frisches Gesicht in den europäischen Ratssitzungen.

Dass die Niederlande überhaupt einen solchen Rechtsruck erfahren haben, das war zu meiner Zeit in Aachen nicht mal in der wildesten Phantasie vorstellbar – ich gebe zu, das ist 50 Jahre her. Das Nachbarland galt als Hort von progressiven Lebensstilen und liberalen Ideen (und NRW galt damals als Stammland der SPD!).


Also, liebe Nachbarn: Zeigt was in Euch steckt. Guten Käse macht ihr schon, ihr seid auch Top bei Microchips und ohne Euch wären unsere Blumenvasen oft leer.
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Ein 38-jähriger Regierungschef in Holland … das wär doch mal was … der wirkt recht smart so aus der Ferne …
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Ich mag die Niederländer: pragmatisch und humorvoll. Heute kommt eine Lieferung von Bauteilen aus den Niederlanden in mein Haus. Oké, laten we beginnen. En een kopje koffie.
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Ok, dann stell dich mal gut mit denen (… bis die Garantie abgelaufen ist….) 😉
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