Ein Bericht in der New York Times geht dem Schicksal von Kindern nach, die in den Jahren 1938/1939 aus Nazideutschland in sichere Länder wie Großbritannien oder Schweden ausreisen konnten. Sie haben überlebt, die zurück Gebliebenen – Eltern und Verwandte – wurden in KZs vernichtet.
Das Opfer, das Eltern noch vor Kriegsbeginn und der systematischen Vernichtung brachten, um ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, ist kaum vorstellbar. Die Nazis ließen dazu nur eine geringe Quote an Auswanderung zu.
Im Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt fanden wir einige Fotos von Kindern aus der Stadt in Sachsen-Anhalt, die es auf einen Kindertransport geschafft hatten.


Die Kinder durften für die Ausreise nur einen Karton mit Lieblingssachen mitnehmen. Ein Beispiel, das mich tief berührt hat, war ein Junge – Max Knopf – der seinen Schulatlas und eine Widmung seines Lehrers mitgenommen hatte.

Es ist der Atlas aus dem Verlag Georg Westermann, der noch heute zum Standard in Schulen gehört (ich habe 25 Jahre für den Verlag gearbeitet).
„Zur freundlichen Erinnerung an Deinen Lehrer, Halberstadt am 20.3.1938″ steht dort:
Wer ist stark? Wer sich selbst bezwingt.
Wer ist reich? Wer mit seinem Anteil sich freut
Wer ist geehrt? Wer die Menschen ehrt.
Max Knopf und tausende Andere wie er waren Mitmenschen, Freunde, Kollegen, Mitschüler. Was für ein System und was für eine Ideologie muss es gewesen sein, die seine Ermordung anstrebten.
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