Dunkle Wolken: 400 kg fehlen

Es passt in zehn oder fünfzehn Koffer, das auf 60 % angereicherte Uran 235. Es sei an einen sicheren Ort gebracht, man habe die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) sogar darüber informiert. In Teheran spielt das Regime die Opferrolle. Als ob es normal sei, abertausende Zentrifugen tief in der Erde zu verstecken. Das dort erzeugte Uran 235 ist sicher nicht für die Kernkraftwerke vorgesehen. Rund 20 bis 25 kg braucht man für eine Atombombe von der Zerstörungskraft in Hiroshima 1945, heißt es.


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Auf der Suche nach Infos zur Physik von Uran 235 gab mir die Suchmaschine den Hinweis, bei Amazon sei „Uran 235“ zu kaufen. Zitat aus der Produktinformation für das T-Shirt: „Wenn Ihre Lieblingsanlage das Kernkraftwerk ist und Sie ein stolzer Physik- und Nuklearingenieur sind, stellen Sie sicher, dass Sie mit dem lustigen Zitat der Nukleartechnik auffallen. Tolle Idee für jeden Physiklehrer, Nukleartechniker oder Wissenschaftler, der in einem Kernkraftwerk arbeitet. Machen Sie jeder Ingenieurmama oder Ingenieurvater, die auf Kernkraft als erneuerbare Energie vertrauen, ein lustiges Geschenk.“ Nichts ist irrer als die Wirklichkeit!


80 Jahre nach diesem infamen Tag am 6. August 1945 müssen wir uns mit Atombombenbau beschäftigen. Nicht dass es nicht genug auf dem Globus gäbe: Neben den fünf Großen (und im UN-Sicherheitsrat Veto-Berechtigten) haben sie auch Israel, Nordkorea, Pakistan und Indien. Alles zusammen mit einer Zerstörungskraft, die Leben auf dem Planeten auslöschen würde.

US attack on Iran (Kommentar in der NST). New Straits Times, Kuala Lumpur, 24.6.2025

Der Mann in Pjönjang droht unentwegt damit, aber er ist best buddy mit dem im Weißen Haus und schreibt ihm love letters. Er hat sich schon 2003 der internationalen Kontrolle mit dem Austritt aus dem Sperrvertrag (NPT, Non Proliferation Treaty) entledigt und zudem unbehelligt Trägerwaffen entwickelt, die Tokio und Oklahoma erreichen könnten (und den Nachbarn im Süden gleich mit) – hat so richtig keinen gestört! Vielleicht, weil purer Machterhalt im Ein-Parteienstaat dann doch irgendwie rational scheint.

Why is Iran’s nuclear programme so essential to its identity? The Guardian.com, 24.6.2025

Die Ayatollahs in Teheran hingegen sind religiöse Fanatiker in klerikalem Outfit. Sie zwingen die Hälfte der Bevölkerung Kopftuch oder Tschador zu tragen. Keine Kumpel fürs Staatsdinner. Unentweg drohen sie mit der Auslöschung des jüdischen Staates und wollen daher auch die Waffe haben. Ist sie da, macht das unangreifbar.

Die friedliche Nutzung der Kernkraft war erlaubt und würde es bleiben, so lange man sich – als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages – den Inspektionen und der permanenten Überwachung der IAEA unterwirft. Eine fette Kröte für ein fanatisches Regime, das nebenbei auch noch Trägerwaffen mit großer Reichweite – über Tel Aviv hinaus – entwickelt.

Der religiöse Wahn des Regimes im Iran lässt wenig Raum für strategischen Ausgleich. Alles oder nichts ist die Devise. Jetzt haben sie 400 kg des tödlichen Stoffes versteckt. Das macht noch keine Bombe und schon gar nicht eine zielgerichtete an der Spitze einer Rakete. Aber der Weg zu einer kruden Atombombe entzieht sich jetzt Verhandlungen. Es wird nicht nur ein Ewigkrieg im Nahen Osten werden, die Wiederholung des 6. oder 8. Augusts 1945 wird wahrscheinlicher (siehe Kommentar in Politico.com unten). Aber vielleicht sollte ich mir ein lustiges T-shirt kaufen.

Opinion | JD Vance Said the Iran Strikes Set Their Nuclear Program Back ‘Substantially.’ He’s Wrong. Politico.com, 24.6.2025


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2 Gedanken zu “Dunkle Wolken: 400 kg fehlen

  1. Atombomben wurden mal gebaut, damit sie niemals eingesetzt werden. Abschreckung. Dem Regime im Iran würde ich allerdings zutrauen, dass sie so eine Bombe einsetzen, wenn sie die mal haben. Ein Alptraum, das ganze.

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