Das hier ist keine Autowerbung – ich fahre seit 20 Jahren japanische Modelle, es ist auch kein nationaler Chauvinissmus. Aber es geht im Wahlkampfgetöse und im Abbruchlärm aus Washington unter: In einem der größten Autounternehmen der Welt hat es einen Kompromiss zwischen Management und Belegschaft gegeben – in einer existentiellen Krise des Unternehmens.

Zitat aus den Wolfsburger Nachrichten: Auf der ersten Betriebsversammlung nach der Tarifeinigung bei VW hat Betriebsratschefin Daniela Cavallo den im Dezember erzielten Kompromiss gegen Kritik verteidigt. Mitten in der Krise der gesamten Branche habe man ein Ergebnis erreicht, „um das uns ganz viele Belegschaften hierzulande beneiden“, sagte Cavallo laut Redemanuskript vor Tausenden Mitarbeitern. … Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich am 20. Dezember nach langem Ringen und mehreren Warnstreiks auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Im Gegenzug verzichtet VW auf Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen. Um die Personalkosten zu senken, werden Urlaubsgeld, diverse Bonuszahlungen und Zulagen gekürzt. Lohnerhöhungen liegen vorerst auf Eis. Und von 2027 an die Struktur des Haustarifs an den niedrigen Branchentarif angenähert werden.

Die Einigung bedeutet Einschnitte für die im Vergleich privilegierten VW-Mitarbeiter – vom Fließband bis zur Design-Abteilung und dem Top-Management.
Aber es ist eine Einigung mitten im globalen, halsbrecherischen Wettbewerb. Ob es VW rettet, weiß ich nicht. Immerhin sind günstigere E-Modelle angekündigt (wer kauft schon als Familienkutsche einen 70.000 € Buzz?). Und trotz Kritik am VW-Eignermodell – 25 % der Aktien halten „wir Niedersachsen“ – bin ich froh, dass die Region hier im Osten des Bundeslandes weiter als Standort von Großunternehmen profitiert und Einfluss auf deren soziale Fürsorgepflicht hat.
Es kitzelt mir in den Fingern, das mit einem anderen Unternehmen zu vergleichen, bei dem der Eigner die Belegschaft per E-Mail feuert – und jetzt fast alle Bundesbehörden der US-Regierung. Aber das steht für sich selbst. Bei uns jedenfalls gibt es das bessere Modell.
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Ich muss dir wieder mal zustimmen. Einigung bedeutet ja, dass beide Seiten einverstanden waren. Und ganz ehrlich: die Konditionen bei VW waren schon ziemlich luxuriös. Ich habe lange in der Branche gearbeitet und weiß das.
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Es ging wohl auch hart zur Sache, aber bei uns enden Konfrontationen in Unternehmen in den meisten Fällen mit Einigungen – statt den Laden zu ruinieren. Politik könnte mal was von der Wirtschaft lernen.
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