Village People und der tanzende Elon

Man muss es den Rechten lassen, ihr Sinn für Humor und Comedy ist unübertroffen. Da liest der von Gott Gesandte mit sonorer Stimme und schief gehaltenem Haupt vom Teleprompter Sätze ab, bei dem sein Vorgänger eigentlich den Saal hätte verlassen müssen, mindestens aber hätte die Regie noch Donner und Blitz einspielen können: Drohungen folgten irren Verheißungen, alles vor der Weltöffentlichkeit, die sich vor Lachen biegen müsste.

Der neue Golf von Amerika wird den Absatz von Schulatlanten steigern, aber zwei Drittel der Trump-Wähler würden ihn dort gar nicht finden. Ebenso den Panama-Kanal oder Grünland. Egal, Elon tanzte wie ein 12-jähriges Bübchen auf der Bühne und freute sich, dass er endlich (mit Staatsgeldern) auf den Mars fliegen kann. Think of it! Fast hätte er vor Freude den Nazigruß gegeben, aber die Hand bog gerade nach rechtzeitig ab.

Die Komik der Veranstaltung wurde nur noch vom Auftritt der Village People tags zuvor bei einer Vorbereitungs-Party überboten. Ja, die gibt es noch (nein nicht die armen Seelen zwischen Arkansas und Alabama, die ihr Dasein in Käffern fristen, bei denen jedes Dorf im Erzgebirge wie mondäner Kurort wirkt), sondern die Band. Und sie trugen tatsächlich „Y.M.C.A.“ vor, ein in unserer Studentenzeit ca. 1978 bei Karnevalsveranstaltungen und zu später Stunde „gesungenem“ Liedchen: (Quelle: songtexte.com)

Es sollte von den versammelten Millionären wohl der Hauptzielgruppe unter den Wählern gewidmet sein, die „knapp bei Kasse sind“ und sich ein Bröckchen vom Kuchen erhoffen. Dass der Song zu einer Hymne der schwulen Subkultur wurde, störte uns damals kein bißchen, mag den gerade begnadigten Schlägern aber missfallen. Warum nicht die Stones mit ein wenig Satisfaction?

Mit YMCAs habe ich übrigens Erfahrung: Bei einer zweiwöchigen Fortbildung im UN-Hauptquartier in New York im März 1988 sparte ein Teil unserer Gruppe aus aller Welt vom Spesensatz und zog ins nahegelegene Vanderbildt YMCA in der 47sten Straße. Spottbillig, winzige Zimmer, Gemeinschaftsduschen. Und wir hatten tatsächlich Spaß, weil wir uns schöne Abende in Manhattan leisten konnten. Aber das war noch ein anderes Amerika, eines, das es zu meinen Lebzeiten nie wieder geben wird. R.I.P.

*Titelbild von WordPress K.I.


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