Vielleicht ist unsere Existenz nur ein Bonusprogramm der Evolution. In der „Matrix“-Film-Trilogie sind wir die Ausbeutungswerkzeuge von Maschinen. Ist es die Matrix, die uns in Bonusprogramme lockt, um uns besser steuern zu können? Nur so ein Gedanke…

Zurück zur Realität: Neuerdings sammeln wir Bonuspunkte beim Erwerb von Nahrungsmitteln. Unser Supermarkt lockt uns in eine verführerische App, mit der der Einkauf eine digitale Schnäppchenjagd wird.
Überhaupt Bonusprogramme. Heute gibt es überall Punkte und Belohnung für „Treue“. Ausgerechnet eine Tugend des menschlichen Zusammenlebens wird für Businesszwecke verwendet. Das weicht das Herz des Konsumenten. Meine Krankenkasse zum Beispiel vergibt Punkteprämien für alles mögliche – für Vorsorge-Untersuchungen bis zur Zahnreinigung oder dem Fitness-Programm. Die kann ich einlösen, gegen Cash oder sonstwas. Zugleich beehrt sie mich damit, die Zusatzbeiträge immer mal wieder anzuheben.
Die Airlines, einst Könige bei Bonusmeilen und den Freiflügen dafür (ich bin häufiger kostenlos nach Indien oder in die USA geflogen) und heute mit Flugscham geschmäht, haben ihre Programme fast komplett eingestellt oder drastisch reduziert. No privileges anymore.

Ganz anders die internationalen Hotelketten: Sie bauen ihre Bonusprogramme massiv aus. Schlafen als Treuebeweis. Sogenannte Loyalty zahlt sich tatsächlich aus: Wir haben zwei solcher Programme in Ketten mittlerer Preislage, aber mit weltweiten Häusern. Wunschzimmer, Willkommensdrink, Sonderschalter, flexibler Check-out sind dabei nicht die einzigen Vorteile, es gibt massiv Bonuspunkte, die man dann in kostenlose Übernachtungen (oder stark ermäßigte) eintauschen kann. Gleichzeitig kann man sich auf Qualitätsstandards verlassen. Noch schöner: auf dem Zimmer finden sich oft nette Überraschungen, wie neulich in Macau.
Bonusprogramme sind also nolens volens Teil des Lebens geworden, von der Arztpraxis bis zum Kühlschrank, vom Airport bis zum Hotelbett. Man hat nichts zu verschenken, auch wenn jeder weiß: Eigentlich gibt es keinen free ride.

Bleibt nur im Falle des Falls den Kasten Bier mit auf die Parkbank am Fluss zu nehmen und den Bonusvorteil von 7 € zu nutzen, bei drei Kästen ist einer umsonst. Übrigens, die App findet Dich und liefert den Nachschub. Zum Wohle!
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Der Trend ist unübersehbar. Blöd finde ich nur, dass man dann hunderte Apps, für jeden Laden, auf dem Handy hat. Und ohne App zahlt man teilweise schon mehr. Früher gab es Rabattheftchen, in die man nach jedem Einkauf Marken einkleben durfte. War damals die analoge Variante der Bonus-app.
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Oh ja, da kann ich mich auch noch dran erinnern. Ich liebte vor allem auch die Goodies an den Tankstellen, bei Esso gab es Briefmarken aus aller Welt. Wir nerven die Eltern immer beim „Tiger tanken“ – heute alles kaum vorstellbar.
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Tja, Mensch, wann gibts‘n bei euch aufm Blog auch Bonus-Programme?? Wir müssen mit der Zeit gehen. Ich mag aber bitte keine Marken anlecken 😉
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Mach ick, Hauptsache ich muss keine Marken lecken
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