Einer unterm Arm, einer reist zerlegt im Koffer. Wenn der Text hier „live“ geht, sind wir immerhin schon einmal in Kuala Lumpur gelandet.


Ich habe mir für den Winteraufenthalt in Südostasien den Kopf zerbrochen. Schaff ich das auf Krücken? Klappt die Logistik mit Rollstuhl-Hilfe an Flughäfen? Ich hatte die Hoffnung, dass ein experimentelles Medikament meine merkwürdige Muskelkrankheit lindert, aber das ist nur teilweise eingetreten. Treppenstufen, längeres Laufen, erst recht Wanderungen bleiben tabu. Aber deshalb Zuhause bleiben erschien mir keine Alternative. Es ist der dritte Aufenthalt über Dezember und Januar dieser Art. Gleichwohl kamen immer wieder die Zweifel hoch, bei jeder Buchung von Tickets, Hotels oder Mietwagen aufs Neue. Ist alles barrierefrei? Was lässt sich ohne Sturzgefahr noch machen? Ich habe sie schließlich beiseite gewischt: Wenn der Papst im Rollstuhl nach Papua Neuguinea und Osttimor fährt, dann …
In den ersten vier Wochen reisen wir zusammen. Ohne die Ermutigung meiner Frau würde ich mich nicht auf den Weg machen. Danach bin ich auf mich selbst gestellt – wenngleich in bekannter Umgebung. Und ich muss mich daran gewöhnen, um Hilfe zu bitten – machmal bei den kleinsten Handgriffen. Die Vorbereitungen für all diese Fälle gehen weit über Krücken unterm Arm hinaus, man könnte dazu einen eigenen Blog schreiben. Wie kriege ich Wasserflaschen geöffnet? Kann ich überhaupt fotografieren ohne zu stolpern?

In Südostasien fühle ich mich in dieser Lebenslage vergleichsweise gut aufgehoben. In Malaysia ist Englisch Amtssprache und das Gesundheitssystem samt Infrastruktur gut entwickelt. Es gibt Medical Centers mit interdisziplinären Fachpraxen. Respekt und Rücksichtnahme sind hier und vor allem im chinesischen Kulturkreis wichtige Werte. Aber all das sind nur Pläne auf dem Papier, die je nach Bedingung kurzfristig über den Haufen geworfen werden. So viel Flexibilität muss sein.
Ich werde von „dort unten“ bloggen, Themen liegen überall am Weg. Und es ist oft in der Fremde, wo man über eigene Prioritäten besser nachdenken und mit dem Alltagsgeschehen daheim vergleichen kann.
Neben Einzelbeiträgen auf diesem und meinem zweiten Blog (Reiners.blog) versuche ich ein Reisetagebuch zu führen. Dazu habe ich eine „alte“ Webseite wieder aktiviert, auf dem hoffentlich jeden Tag ein neuer Beitrag als Tagesbericht erscheint.
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Das ist natürlich abängig von Internetzugängen auf Flughäfen in Hotels und Mietwohnungen. Der Rest bleibt Gottvertrauen.
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Wünsche dir allen Hindernissen zum Trotz eine schöne Zeit! Schön, dass du dich nicht einschüchtern lässt.
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Ganz ehrlich, Marco, ich habe stark mit mir gerungen. Aber jetzt wo wir in Malaysia angekommen sind, bereue ich es nicht. Hoffe Dich im Januar hier zu treffen 🙂
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Das Du Dich trotz aller Probleme auf den Weg gemacht hast finde ich klasse. Einen schönen 1. Advent.
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Danke Richard. Ich habe bis zuletzt gezweifelt, aber die Wärme tut gut – übrigens auch die menschliche in Ländern wie Malaysia. Dir einen schönen Adventssonntag!
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Ich freue mich auf die Beiträge, darf nur nicht zu viel lesen, will ja da auch noch nächstes Jahr hin;-) Pass auf dich auf.
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Danke. Ich bin ja nur in Malacca und Umgebung, gibt noch viel mehr zu sehen im Land. Plane einen Abstecher nach Nordborneo ein. Guten Start in die Woche🇲🇾🇲🇾🇲🇾
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Ich fand es hier schon wirklich anstrengend, als mein Mann an Krücken gebunden war. Die geplante Reise hatten wir abgesagt, wäre mit frischer Naht aber auch sehr eingeschränkt gewesen. Mit „barrierefrei“ war es teilweise weit her und ich hätte mich nicht gewundert, wenn er sich den anderen Fuß gleich auch noch gebrochen hätte. Und wahrscheinlich ist die Hilfsbereitschaft bei deinen Zielen sogar um einiges größer als hier.
Eine schöne Reise wünsche ich!
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Klar, die Einschränkungen sind schon weitreichend. Wir passen das „Programm“ an und konzentrieren uns auf das Machbare. Und es stimmt, die Hilfsbereitschaft hier in Südostasien ist toll. Es ist aber auch eine Dienstleistungsgesellschaft in jeder Hinsicht.
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