Speere statt Raketen

Gestern in Paris: ein Kampf zwischen zwei Atommächten – am Tag von Nagasaki. Nein, es war nur Speerwerfen. Der ARD-Kommentator war so auf die vermeintlichen Favoriten konzentriert, dass er den Sportler aus Pakistan beiläufig ankündigte. Arshad Nadeem warf im zweiten Versuch 92,97 Meter und stellte einen olympischen Rekord ein, der seit 2008 gilt – mit über zwei Meter darüber hinaus. Goldmedaille für Pakistan, die erste seit 40 Jahren. „Was ist denn hier los?“ entfuhr es unserem Reporter.

Politicians, cricketers hail Arshad Nadeem as ‘national hero’ after Olympics feat – Sport – DAWN.COM (Karachi), 9.8.2024

Silber ging an Neeraj Chopra, dem Favorit aus Indien (und Goldgewinner von Tokio). Der warf „nur“ 89,45 Meter. Dritter war – nebenbei – ein Mann aus Grenada, einem Karibikinselchen. Europa, früher dominierend im Speerwerfen, spielte keine Rolle.

The Wire: The Wire News India, 9.8.24: Arshad Nadeem’s Mom Echoes Similar Sentiment as Neeraj Chopra’s, Calls Indian Star Her ‚Son‘ (Link übermittelt von. D. Jüngst)

Die Euphorie auf dem Subkontinent kann man sich vorstellen, zumal Glückwünsche an Pakistan auch aus Indien kamen. Beide Länder repräsentieren mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung. Beim Feldhockey-Spiel Indiens gegen Deutschland meinte der Reporter, dass bis zu 500 Millionen Menschen zuschauen würden, eine ansehnliche Quote. Schade, dass olympischer Sport kein „Friedenswettbewerb“ mehr ist, allem Pathos zum Trotz.

Fußnote: Die Fotos stammen vom Besuch des Jinnah-Mausoleums bei einem 24-Stunden-Stop-over in Karachi 1988


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2 Gedanken zu “Speere statt Raketen

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