Zuerst dachte ich „wie lustig.“ Ein ganzer Hochgeschwindigkeitszug der Taiwan Railways war mit Motiven von Kitty und einem rosa Kaninchen bemalt.

Auch der Becher einer Fast Food-Kette oder die Süßigkeiten-Packungen in einem 7-Eleven erschien mir, nun, halt Kind gerecht.


Aber es wurde mehr und mehr: In Unterführungen und Zugängen zu Parkhäusern tauchten die Comic-Figuren in allen Varianten auf.



Den Zugang zur Mall bewachten Micky Maus und Mini.

Vor einem Lebensmittelladen waren ganze Kartons im Sonderangebot gestapelt: Kitty mit Micky Maus und Snoopy.

In den schmalen Straßen des Stadtzentrums von Hualien reihten sich Batterien von Greifautomaten aneinander, mit Kuscheltieren aus der Retorte.









Und an jeder freien Ecke sontswo stand ein solcher Automat, wie bei uns früher für Zigaretten oder Kaugummi. In meiner Ratlosigkeit habe ich den weisen Chat-Bot gefragt, was das Phänomen in Taiwan erklären könnte. Hier seine Antwort (er bleibt vorsichtigerweise im Konjunktiv):
Die Medienlandschaft in Taiwan hat sich im Laufe der Jahre stark entwickelt. Comics, Animationsfilme und -serien können eine beliebte Form der Unterhaltung sein, insbesondere wenn sie gut in die lokale Kultur integriert sind. Die Verfügbarkeit von Mangas, Animes und internationalen Comicfiguren könnte die Vorlieben der Bevölkerung beeinflussen. Komikfiguren bieten oft eine Flucht aus dem Alltag und ermöglichen den Menschen, in fantastische Welten einzutauchen. Dies könnte besonders attraktiv sein, wenn es um die Bewältigung von Stress oder den Wunsch nach Unterhaltung geht.
Flucht aus dem Alltag, Bewältigung von Stress? In einem Land, in dem die Züge so pünktlich sind wie eine Atomuhr, das die besten Microchips der Welt herstellt und auch sonst ein industrielles Powerhaus ist? Vielleicht ist es die latente Drohung des großen Bruders auf dem Festland, die all das Erreichte an Wohlstand und Freiheit extrem fragil erscheinen lässt.
Am Hauptbahnhof von Hualien gibt es noch Gelegenheit für ein Selfie mit einem überdimensionalen Plastikspatz. Zugegeben besser als unsere Monumente von Herrschern und Helden der Vergangenheit.

Aber wenn die Biene Maja auf dem ICE auftaucht, wenn Peppa Pig als Plastik am Berliner Hauptbahnhof steht oder die Minions an der Tankstelle warten, wenn im Vorraum der Bank ein Greifautomat mit grünen Kuschelfröschen aufgestellt wird, dann heißt es die Sachen packen: Das Armageddon zeichnet sich ab.
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Und all das wurde irgendwo produziert, irgendwie dahin gebracht und soll nun von irgendwem gekauft werden. Oh, oh, oh.
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