Die Warnungen hingen im Baum: Kommt uns nicht zu nahe, schienen die Masken zu sagen. Gemeint waren wohl die Versuchungen des Lebens, aber es hätte auch die Besucherschlange vor dem „Weißen Tempel“ sein können.



Über Lautsprecher mahnten Ordnungshüter zur Bewegung, aber Selfies halten eben auf. Wir suchten das Weite und hatten größeres Glück bei der Göttin der Barmherzigkeit. Barmherzig war sie: Die Zahl der Besucher hielt sich in annehmbaren Grenzen. Und die Glocken hätten ruhig läuten können.


Der Erleuchtete schaute gnädig auf das Treiben, entrückt wie immer.

Beim Blauen Tempel gab ich auf.

Aber was ist wirklich wichtig? Nun zum Beispiel die Laundry.

Das Hotel bedauerte, keinen eigenen Wäscheservice zu haben. Ich könne aber die Wäsche formlos auf der anderen Straßenseite abgeben. So machte ich mich auf den Weg wie einst der Soldat ins Wochenende (meine Frau reagierte sofort und schickte der Enkelin auf den Kanaren ein Foto von „Opa mit dem Wäschesack“ bevor ich es verhindern konnte).
Die Wäscherei hatte ein schlichtes Schild und war open-air.

Auf mein „Hello?“ tauchte eine ältere resolute Frau aus dem Dämmerlicht auf, nahm meinen Sack in die Hand und fragte „Ironing or just Drying?“ Letzteres reicht für T-Shirts und Socken. „Five o’clock ready!“ Die Waschmaschinen sahen tüchtig aus, warten wir ab.

Entdecke mehr von Full Circle
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Ah, da werden schöne Erinnerungen wach. Wir waren dort vor genau einem Jahr.
LikeGefällt 1 Person
Tolle Bilder und kurze Hosen sind in der Anlage erlaubt 😉
LikeLike