Man hängt am Leben. Schöne Sommertage, Wellness, gepflegtes Essen, alles soll dem Wohlbefinden von Körper und Seele dienen, für ein langes Leben.
Mittlerweile scrolle ich über die Kriegsmeldungen einfach hinweg. Aber zuweilen drängen sich Schlagzeilen von unvorstellbarem Grauen auf den Bildschirm, wie die hier vor ein paar Tagen in der New York Times.
Der Krieg unweit von uns habe nahezu 500.000 Opfer gefordert, heißt es da nüchtern aus US-Militärquellen. Für 190.000 Männer gab es Särge und patriotische Begräbnisse mit kirchlichem Segen, davon 70.000 in der Ukraine (die rund 9.000 getöteten Zivilisten sind gar nicht mitgezählt). 210.000 Soldaten auf beiden Seiten sind schwer verwundet und werden damit den Rest ihres Lebens gezeichnet sein (ich bin Kind eines Kriegsversehrten, wie es im Beamtendeutsch immer hieß). 15.000 Zivilisten wurden in der Ukraine verletzt. An die Zehntausenden mit posttraumatischem Symptomen mag man gar nicht denken. All das nach „nur“ 18 Monaten Krieg in Europa, dessen Ende unabsehbar ist.

Sich statt dem Krieg den Meldungen zum Klimawandel zu widmen, hilft auch nicht: Im Ferienparadies Hawaii verbrannte eine ganze Stadt samt mehr als hundert Bewohnern – und das ist nur ein Beispiel. Auch hier stand der Tod am Weg.
Zum Glück hat die Bundesliga begonnen, mit doppelt mannshoher elektronischer Bandenwerbung zu Schlachthähnchen und Bratwürsten, vor der die Kicker wie Nebendarsteller wirken. Aber es lenkt immerhin ab.
Alternativ genießen wir den Aperol Spritz zu Antipasti an einem Sommerabend. Der Tod wird schon irgendwann für jeden am Weg stehen.
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Ja das ist schon schwer zu ertragen, wobei „ertragen“ aus dem save haven hier ja auch etwas albern klingt. Ich schaue nur noch einmal am Tag Nachrichten, da kriege ich dann die volle Packung „worst of“ of the day mit und das muss dann reichen. Klingt etwas „ignorant“ ich weiß, aber es bringt auch nichts, wenn man mir fünf Waldbrände am Abend zeigt. Ich bedaure das, mir tut das innerlich weh … aber ich kann es nicht ändern. Auch bei den Konflikten z.B. Ukraine, Syrien, Niger und dem Säbelrassen in Korea oder zwischen China und Taiwan habe ich nur bedingt Einfluss.
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Geht mir auch so, was die Nachrichtenlage weltweit betriff – Ausnahme der Krieg auf unserem Kontinent. Der beeinflusst ja unseren Alltag an allen Ecken und Enden. Aber tatsächlich nervt mich auch der Nachrichtenstil: Weniger Fakt als „das muss Dich aber jetzt auch emotional betreffen“. Ich habe bislang einen Musiksender gehört, der jeden Stau auf der Autobahn als Empathie verdienendes Ereignis meldet. Habe jetzt auf einen US (Internet)Sender umgestellt, der pausenlos tolle Musik sendet („more music, less talk“) – das ist wohltuend. Kleiner Tipp: Vorbildlich in Ton und Stil sind die Nachrichten beim Deutschlandfunk.
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Ja und das finde ich eigentlich so schade, weil das dazu führt, dass Menschen sich dann irgendwann aus dem Nachrichtengeschehen verabschieden, um sich dann in irgendwelchen Blasen wiederzufinden
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