Die Esel standen im Schatten, ihre Besitzer riefen verzweifelt nach Kunden: „You need donkey?“ „Perhaps some other time?“ Wenn Du der einzige Tourist bist, ist es auch nicht leicht – in den Ruinen von Petra.



Im Jahr 2021 – noch voll in der Pandemie – suchte ich Reiseziele nach der Liste des Auswärtigen Amtes aus. Israel (mein Wunschziel) war dicht, nicht hingegen Jordanien. Es war Ende August und die Temperaturen waren mir egal. Ich erstand ein Flugticket über Wien nach Amman, Visum on arrival. Zweifach Impfung war vorgeschrieben und wurde vor dem Boarding in Wien streng kontrolliert.
Wir landeten in Amman, als die Sonne dicht über dem Horizont stand. Der Pilot sagte mit nonchalanter Stimme: „Die Außentemperatur beträgt 38 Grad.“ „Mama, werden wir jetzt schmelzen?“ fragte ein Mädchen in der Reihe vor mir. Sie hatte gerade die Geschichte von dem Schneemann Olaf gelesen, der den Sommer so liebt.
Es war schon fast stockdunkel, als ich mich durch die Vororte von Amman Richtung Schnellstraße runter ans Tote Meer wagte. Ich kam spätabends vorm Hotel an, das Autothermometer zeigt immer noch knapp unter 40 Grad an. Und so blieb es in den paar Tagen im Jordantal.


Die Hitze war schmerzhaft, zwischen 10 und 17 Uhr ein Aufenthalt im Freien eine Tortur. Trotzdem waren im Jordantal und in den Städtchen entlang der Straße nach Norden Menschen auf den Feldern und in den Straßen unterwegs. Aber ich hatte ja ein Auto, mit gut funktionierender Klimaanlage. Berührte ich die Scheiben während der Fahrt, spürte man den Backofen draußen.
Gadara: Ein Abend im Theater. Reiners.blog, 25.9.2021
Ein Tagesausflug nach Gadara, in Sichtentfernung vom See Genezareth, brachte mit 46 Grad einen Rekord. Wehe, es gäbe einen Autopanne oder einen Ausfall der Klimaanlage …
In Wadi Musa und Petra waren die Temperaturen mit Mitte 30 Grad „erträglich“, auch weil es hier auf der Hochebene trocken ist. So hatte ich die Ruinen, den Siq und das Museum für mich, wo sonst täglich Tausende durchströmen.


Ich bin zum Glück Frühaufsteher. Meine Ausflüge begannen um 7 Uhr morgens oder nach 17 Uhr frühabends. Damit ließ sich der Backofen überleben. Außerdem ist schrägstehende Sonne gut für Fotos, die Felsen in Petra leuchteten rötlich.

Entdecke mehr von Full Circle
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Sehr schön, das steht auch noch auf meiner Liste.
LikeGefällt 1 Person
da können wir uns schon mal dran gewöhnen …
LikeLike