Der Überlieferung nach war sie dazu verflucht, dass ihren Warnungen keiner glaubte. Die Kriege Trojas wurden zur Tragödie. Eine trojanische Prinzessin hätte das Pentagon gebraucht – oder wir. Ich meine nicht nur die Vorhersage für das Wahlergebnis im September in unserem Nachbar-Bundesland.
Sondern mehr noch die für einen Super El Nino in der laufenden Saison. Der Journalist David Wallace-Wells hat in der New York Times ein beängstigendes Klimaszenario für das Jahr 2026/27 beschrieben. Vor allem in Asien und Südamerika stapelt es sich oben auf die drohenden wirtschaftlichen und politischen Konflikte als Folge des Nahost-Krieges.


Nun hat in meiner Region das Jahr wettermäßig eigentlich sehr klassich begonnen: kalter, schneereicher Winter, ein kühler April und jetzt ein Mai wie im Bilderbuch: manchmal warm, manchmal nass – wie in den letzten Tagen. „Bauerngold“ in unserer Feldbau-Region. Und die Natur ist in einer Woche geradezu explodiert. Mein vernachlässigter Rhododendron blüht schon, und der Haircut der Robinie vorm Haus wird durch schnell wachsendes Grün ersetzt. Der Flieder an meinem Nachbarhaus liefert kostenlosen Raumspray im Haus und betört mit seinem Duft vor dem Hauseingang.
What to know about the predictions for a potentially record-breaking El Nino. AP News, 8.5.2026
Das sieht nicht nach einem Szenario wie das von Wallace-Wells beschriebene aus. Die Crux ist, dass Wetter daheim und globales Klima für die meisten von uns zwei verschiedene Wahrnehmungsebenen sind. Die eine konkret, die andere abstrakt. Wir merken die Wirkungen nur an ausverkauften Raumventilatoren im Baumarkt oder an steigenden Preisen bei exotischen Früchten.
Bei El Nino geht es kurz gesagt um die Änderungen der globalen Zirkulation, der Wassertemperaturen und der Niederschläge (oder deren Ausbleiben), die von einem zyklischen Ereignis im Pazifik bewirkt werden: Alle paar Jahre geschieht das, dann kommt um Weihnachten an der Küste Perus (also zur Geburt des Kindes, daher El Nino) viel zu warmes Pazifikwasser an die Oberfläche. Entsprechend ändern sich Luftbewegungen oder Niederschlagsmuster, vom indischen Monsun bis zu Wirbelstürmen im Westpazifik.
Nun sind die Ozeane bereits wärmer als im Durchschnitt, ihre Speicher- oder Absorbtionsfunktion daher merklich eingeschränkt. Die erhöhten Wassertemperaturen führen schon jetzt im Mittelmeerraum zu Hitze- und Starkregen-Rekorden.
Der NYT-Autor zitiert aus Werken von Klimahistorikern (so was gibt es), welche die Auswirkungen von Super El Ninos in der Vergangenheit untersucht haben: etwa der Bericht über einen “Great El Niño” von 1789-93 mit möglichem Zusammenhang zur Französischen Revolution, oder das Buch des Umwelthistorikers Mike Davis von 2001 “El Niño Famines and the Making of the Third World”. Davis sieht einen Zusammenhang von spät-viktorianischem Imperialismus und Hungersnöten auf dem Indischen Subkontinent, die von El Ninos verstärkt wurden (oder umgekehrt).
Man muss gar nicht Kassandra sein um zu erkennen, dass schon leichte Klimavariationen in vulnerablen Gesellschaften wie in Asien überproportionale Wirkungen haben. Der indische Monsun ist das Paradebeispiel. Nimmt man noch die Dünger- und Energiekrise hinzu, dann baut sich ein Bedrohungsszenario bei Ernährung, politischen Konflikten oder gar Migration auf, dessen Feedback Loop uns spätestens in einem Jahr erreicht.
El Nino Theme Page der NOAA der US-Regierung (Anm.: Der National Oceanic and Atmospheric Administration droht die Schließung, die Seite hier scheint seit einem Jahr nicht aktualisiert!)
What are El Niño and La Niña, and how do they change the weather? BBC.com, 9.4.2026
Eine Landesregierung aus den Blauen in Sachsen-Anhalt wird dieses Problem nicht lösen können, wenn schon die Vereinten Nationen dazu nicht in der Lage sind. Kann man den Wählern das erklären? Gegen Wahlentscheidungen kann man sich leider nicht rückversichern.
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Das macht mir auch alles sehr viel Sorgen, der Sturm der aus dem Nachbarland droht meine ich
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Und die stehen so was von auf Sturm dort 💨💤🔥
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Gerade bin ich mal in MeckPomm, die Gegend um Warnemünde … auch hier fragst du dich eigentlich … warum?
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