An American Sniper

Vorweg: hier geht es nicht um Politik oder Kulturkrieg. Es geht darum, dass die USA genau das ernten, was die innere Militarisierung des Landes über Jahre gesät hat. Der Film American Sniper von 2014 ist nach der Autobiographie eines „erfolgreichen“ Scharfschützen im Irakkrieg entstanden. „Chris Kyle war mit über 160 bestätigten Tötungen laut US-Verteidigungsministerium der erfolgreichste amerikanische Scharfschütze der Geschichte“ (Zitat Wikipedia). Der gelinde gesagt „umstrittene“ Film wurde in konservativen Kreisen als Motivation für den Krieg gegen Terror empfohlen.

Das jüngste Attentat eines Anfang 20-Jährigen müsste Rekrutierungs-Agenten der Army jubeln lassen: Genauso so einen brauchen wir. Über 150 Meter Entfernung und die Köpfe von Hunderten hinweg trifft er präzise.

Accused sniper jailed in Charlie Kirk killing awaits formal charges in Utah. Reuters.com, 14.9.2025

Wie schon im Fall des Attentats auf den jetzigen Präsidenten im Jahr 2024 sind diese Jungs in einem waffenstarrenden Land aufgewachsen, wo die Knarren im Wohnzimmer oder der Garage gelagert werden. Ihre Eltern gut bürgerlich, Vorstadt-Idylle. Schießen als Outdoor Activity beim hunting. Aber mit Schnellfeuergewehr? Ein Bekannter in Florida zeigte mir vor einigen Jahrzehnten seine Gewehre zur Selbstverteidigung (gegen Alligatoren). Er war übrigens stolzer Familienvater und ein überaus netter Typ.

Man muss sich vorstellen, dass von diesen nice guys from high school Hunderttausende irgendwo im College Dorm oder Zuhause vorm Computerspiel herum sitzen und sich eine Ideologie in den Kopf ballern, in dem Töten und Morden zum Heldentum gehört. Und sie haben die Waffen greifbar. Der Film von 2014 glorifizierte einen Soldaten mit Abschuss-Rekorden. Zu dumm, wenn sich diese Glorifizierung jetzt nach Innen richtet – auf die eigenen Mitbürger.

Titelfoto: pexels.com


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4 Gedanken zu “An American Sniper

    1. Hallo Ralf, Danke für den Link als Kommentar auf meinen Beitrag. Ich wollte bewusst nicht auf die Personen (Opfer oder Täter) eingehen, sondern die Problematik der zivilen Bewaffnung in den USA ansprechen. Further comments welcome, anytime. Viele Grüße Reiner

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  1. Wenn ich Staat wäre, würde ich mir richtig große Sorgen machen, wenn meine Bürger so stark bewaffnet sind, egal welche politische Richtung. Da sollte doch so ein Gewalt-Monopol beim Staat liegen, sonst könnte es brandgefährlich werden, wenn irgendwas in den Medien hochkocht.

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