Amerika in den späteren 60ern: Bürgerrechtsbewegung, Protestkultur gegen Vietnam, Hippies – und auf dem Weg zum Mond. Es war ein Menschheitsprojekt. In diesen Tagen jährt sich zum 56sten Mal ein Ereignis, das viele aus meiner Generation bewegt hat. Es wurde in einer Sommernacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 live im Fernsehen übertragen: Neil Armstrong betrat den Mond – ein gewaltiger Schritt für die Menschheit, so fand es der erste Mensch auf dem Mond. Ich konnte mich nicht vom Fernseher lösen, meine Eltern drängten: Wir brachen in der Nacht zu einem Urlaub am Bodensee auf.
Das gesamte Apollo-Programm der USA, spätestens seit der ersten Mondumrundung zu Weihnachten 1968, wurde mit einer Medienaufmerksamkeit begleitet, der sich keiner entziehen konnte: Sondersendungen aus speziellen Studios, Zeitschriften-Sonderausgaben, Tagesschau-Berichte, Bildbände. Raumfahrtingenieure und Astronauten wurden zu Vorbildern. Heute sind medialer Aufwand und Begeisterung zwischen 1968 und 1972 kaum mehr nachzuvollziehen: das Drama von Apollo 13 oder die Kapriolen der Männer auf dem Mond. Und dann die letzte Mission im Dezember 1972: Die Astronauten hatte eine Kamera in einiger Entfernung des Landegefährts aufgestellt, stiegen ein. Und die Welt konnte live verfolgen, wie sie den Mond verließen während wir Zuschauer noch auf dem Mond ausharrten.
Es konnte als0 nicht ausbleiben, dass ich irgendwann einmal an das „Kap Kennedy“ musste. Im Mai 1990 war es soweit: Mit meiner Familie war ich damals auf der Heimreise aus Bangladesh über Thailand und den Pazifik in Florida gelandet. Wir mieteten in Miami ein Auto und machten uns auf nach Norden.



Für Besucher gab es eine Busrundfahrt „Spaceport USA“ mit verschiedenen Stationen, die bis zu der gigantischen Halle führten, in der einst die Saturn V gebaut wurde – alles aus sicherer Entfernung. Ein Shuttle stand auf einer Startrampe bereit.
Webseite des Kennedy Space Center Visitor Center, Cape Canaveral
Webseites des NASA Mission Control Centers in Houston, Texas



Für uns und die Kinder waren nicht nur die Dimensionen der Raketen eindrucksvoll, sondern auch wie der Guide warnte, wir sollten nicht zu dicht an die Sumpfzonen gehen – die seien voller Alligatoren. Wir besuchten tags darauf noch das futuristische Epcot Center in Disney World und flogen von Orlando nach Luxemburg, in die Heimat,
Heute kreist die Internationale Raumstation unbeachtet um die Erde, mit U.S.-, russischen und europäischen Astronauten in wechselnden Teams. Derzeit gehört sogar ein Inder zur Besatzung der ISS. Trotz aller Spannungen und Kriege, auch US-Astronauten müssen russische Transporter nehmen, seit die eigene Space Shuttle-Flotte aufgrund katastrophaler Unfälle eingestellt wurde (Challenger 1986, Columbia 2003). Und auf der ISS arbeiten sie gut zusammen – nur die Chinesen haben eine eigene Raumstation – immerhin.
Zwar erleben wir in den letzten Jahren eine neue Phase der Raumfahrt, die durch private Finanziers angetrieben wird. Aber euphorisch über eine Mars-Mission kann ich nicht werden, wenn der Protagonist sich politisch im extrem rechten Spektrum bewegt. Das tut der technischen Leistung seiner Raketen keinen Abbruch, die zurück auf die Startrampe kommen, als seien Außerirdische im Anflug. Aber die unschuldige Romantik von damals, schon gar nicht eine Mission im Dienst der Menschheit, stellt sich nicht wieder ein. Vom „Summer of Sixty Nine“ ist eher das Woodstock Festival in Erinnerung, das vier Wochen nach der Mondlandung statt fand.

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Also da will ich auch noch mal hin, aktuell hab ich aber keinen Bock auf den Gastgeber
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Wir waren beide Weltraum Freaks
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