Fragen über Fragen

Warum heißt meine Milch „Dutch Lady“, fragte ich mich beim Frühstück heute Morgen. Vorm Fenster kehrte das Meer zurück und füllte Watt und Priele wieder auf. Das ist gewöhnlich der Zeitpunkt, wo die Fischer aus dem Portuguese Settlement raus fahren um frische Krabben zu fangen.

„Dutch Lady“ ist tatsächlich eine bekannte Marke für Milchprodukte und Babynahrung. Diese Marke gehört zum Unternehmen Royal FrieslandCampina, einem großen niederländischen Molkereikonzern. Die Marke ist international tätig und in vielen Ländern, darunter auch Malaysia, vertreten. Soweit der kluge Chat-Bot. Alles gut, solange die Frauenbewegung in unserem Nachbarland sich nicht beschwert. Es gab bei uns mal Kaffeesahne der Marke „Frau Antje“; „Dröbbche voor dröbbche kwaliteit!“ erinnere ich mich schwach an die Fernsehwerbung.

Von holländischer Milch zu holländischer Geschichte. Der begegnet man an Asiens Küsten allenthalben. In Malacca gibt es den „Dutch Square“ mit in rostrot restaurierten Gebäuden aus der Kolonialzeit: Stadthuys (früher Rathaus, heute ein interessantes Museum zur Stadtgeschichte) oder die Christ Church (immer noch eine Kirche, früher für fromme Kaufleute).

Aber was machen die Kuscheltiere auf der Rikshaw und der Ghettoblaster unterm Sitz?

Kann man die Weihnachtsbäume mit chinesischen Lampions schmücken und den Drachenkopf als Baumspitze montieren? Sind das (rechts) nun Stromleitungen oder Wurzeln?

Sollte die Fassade nicht ursprünglich dezentes Grau werden?

Baumschmuck auf Indisch? Und warum nicht mal Betelnüsse auf dem Teller statt Walnüsse? Ich glaube, ich habe des Rätsels Lösung der Eingangsfrage gefunden: Die Royal FrieslandCampina sponsert alles Holländische in Malacca, sogar eine Windmühle mit Kuh am Dutch Square.


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