Lieferservice

Wenn man in einer Kleinstadt wohnt, freut man sich über das Warenangebot im Netz. Man muss nicht in das KaDeWe, auf die Mönckeberg Straße, die Zeil oder gar auf die Kö. Alles wird geliefert. Pah, Ihr Düsseldorfer, Hamburger oder Kölner! Alle 14 Tage schiebt die Nachbarschaft große blaue Tonnen vors Haus, voll mit Kartons – platzsparend gefaltet. Damit hat sich’s.

Als ich kürzlich quer durch Berlin zurück Richtung Heimat fuhr, fielen mir die vielen Lieferfahrzeuge auf, welche Geh- und Fahrradwege blockieren, ja sogar Fahrspuren des regulären Verkehrs – inmitten von Geschäften und Einkaufmöglichkeiten, von denen man im ländlichen Raum nur träumen kann. Hmmm.

Und dann lese ich heute, dass in New York – der Stadt mit dem größten, trendiesten Warenangebot auf dem Globus – täglich (!) 2,4 Millionen Pakete ausgeliefert werden. Das ist eine Verdoppelung gegenüber 2017 und kein Ende in Sicht. Damit könnte man die Pyramide von Gizeh bauen, jeden Tag!

Irgendwann werden wir unter Kartons begraben, der Verkehr besteht nur noch aus Lieferwagen von dpa, DHL, Hermes, UPS (ich habe bestimmt einige vergessen) und die Läden stehen leer. Der arme Weihnachtsmann, sein „Schlitten“ ist ein Pick-up, gesponsert von Amazon. Am Heiligabend sitzen die Familien ums Handy und warten auf die Meldung „Ihre Ware wurde geliefert!“ Oh du fröhliche!


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3 Gedanken zu “Lieferservice

  1. War da vielleicht auch mein Paket dabei? Ich suche noch eines? Spaß beiseite.

    Ja, die Stadt ist voller Läden, aber ganz ehrlich, der Einzelhandel ist da eher unkreativ und protektionistisch drauf. Wenn ich in Geschäfte fahre, komme ich meistens frustriert und mit leeren Taschen nach Hause.

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    1. Ich glaube, es ist der Karton ganz oben auf der Pyramidenspitze, den du suchst 🙂 Nein, schon richtig mit der Phantasielosigkeit vieler Einzelhändler. Ich zum Beispiel zwänge mich ungern in Umkleidekabinen. Zudem, wenn ich einen Salzstreuer, eine Funktionsjacke oder neue Schuhe suche, muss ich quer durch die Stadt fahren. Am Computer „fahre“ ich mit der Maus und click.

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      1. Was mich dann so etwas stört, ist die Argumentationskette, Onlinehandel führt zum Verfall der Innenstädte. Sollen wir also nur im Laden konsumieren, um die Kulisse am Leben zu halten? Und ist eine Kulisse, die nur aus Douglas, H&M, Rossmann und DM-Markt besteht so attraktiv? Kann man mit den Flächen nichts besseres anstellen Kunst, Kultur, Begegnungsstätten, Anproberäume, Probierlabore, Werkstätten, etc …
        Also mir würden da durchaus ein paar Dinge einfallen, nur die bringen den Immobilien-Haien halt nur bescheidene Mieten

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