Zukunftsvisionen – ein szenischer Dialog

Ort: eine Dorfkneipe irgendwo in Sachsen-Anhalt

Beteiligte Personen: der Wirt (Anfang 60), Benno (56) pendelt an seinen Arbeitsplatz in den Westen, drei junge Männer: Manni (24) hilft bei der Tankstelle aus, Gerhard (21) ist Trockenbauer in einem örtlichen Handwerksbetrieb, Tommy (26) ist Gerätemechaniker bei einer Agrargesellschaft im Umland. Alle sind FC Magdeburg-Fans.

Zeit: Samstag, früher Abend, im Fernsehen läuft die Sportschau

Wirt: Jungs, noch ne Runde?

Allgemeines Nicken. Der Wirt zapft drei Gläser Bier, eines rutscht ihm am Zapfhahn fast aus der Hand.

Benno (an der Theke sitzend): Alter, Du machst das hier auch nicht mehr lange. Hast Du Pläne für danach?

Wirt (leicht gereizt): Fünf Jahre Altparteienherrschaft. Ergebnis: Die Preise für Strom, Sprit und Lebensmittel sind weiter gestiegen. Ebenso die Steuern und Abgaben. Wir können uns von unseren Löhnen immer weniger leisten. Die Rente reicht nicht mehr zum Leben.

Benno nickt: Unsere Straßen und Plätze sind nicht mehr sicher. Einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt von Magdeburg hätten wir nicht für möglich gehalten. Der Täter von Magdeburg hätte schon längst abgeschoben werden können. Er war wie so viele andere aber noch hier, weil unsere Behörden Ausländer lax und nachsichtig behandeln, während sie gegen die eigenen Bürger mit falscher Meinung gnadenlos vorgehen.

Tommy (vom Tisch rufend): Wo bleibt das Bier? Und er fügt bestätigend hinzu: Die laufende Masseneinwanderung schadet uns, doch ab gesehen von kraftlosen Ankündigungen ändert sich nichts. Die Kinder werden an den Schulen nicht mehr gebildet, dafür erwachsene Bürger bevormundet. Krankenhäuser und Schulen schließen. Infrastruktur wird abgebaut, dafür Bürokratie aufgebaut.

Gerhard (zustimmend nickend): Wenn wir uns dagegen wehren, wenn wir den Mund aufmachen und die Politik der Altparteien kritisieren, ändern sie nicht etwa ihren Kurs. Nein, das tun sie nicht. Sie bieten uns nur an, ihre schlechte Politik besser zu erklären. Wir dürfen uns überzeugen lassen. Und wenn wir uns nicht überzeugen lassen, machen sie uns Vorwürfe! Wenn wir nicht einverstanden damit sind, dass unsere Steuern für die Umsorgung von Wohlstandsflüchtlingen verpulvert oder an die Ukraine verschenkt werden, während die Schlaglöcher in unseren Straßen immer größer werden, nennen sie uns „egoistisch“.

Alle nicken sich zu.

Manni (aufgeregt fuchtelnd): Wenn wir uns nicht widerspruchslos von Einwanderern aus aller Herren Länder anpöbeln und angreifen lassen, sind wir „ausländerfeindlich“. Wenn wir uns nicht mit der Verschandelung der Landschaft und der Zerstörung der Umwelt durch Windräder und Solaranlagen abfinden und nicht den höchsten Strompreis der Welt bezahlen wollen, nennen sie uns „wissenschaftsfeindlich“ und „Klimaleugner“. Wenn wir es nicht in Ordnung finden, dass mancher Einwanderer für schwere Körperverletzung geringer bestraft wird als so mancher Deutsche für die falsche Meinung, sind wir gar „rechtsextrem“. Wenn wir nicht zufrieden damit sind, dass Drag-Queens unseren Kindern Geschlechtsumwandlungen schmackhaft machen, schimpfen sie uns „homophob“. Wenn wir uns nicht finanziell ruinieren wollen, um unsere Häuser energetisch zu sanieren, werfen sie uns vor, wir würden nicht an die kommenden Generationen denken.

Wieder nicken alle drei zustimmend.

Benno (von der Theke aus in das Gespräch einwerfend): Keine Sorge! Die Diktatur der Altparteien ist im Moment noch nicht Realität. Am 6. September wählen noch nicht die Altparteien ein neues Volk, wenn sie es auch gerne wollten, sondern das Volk, also wir, entscheiden, welche Parteien unsere Interessen vertreten sollen. Noch können wir das. Und wir sollten es tun, solange wir es noch können. Es ist vielleicht unsere letzte Chance.

Wirt (setzt die Biergläser ab, seufzend): Wir sind schon sehr unerzogene Bürger, undankbar, anspruchsvoll und unbequem. Wie hat es nicht Bertolt Brecht anlässlich der Niederschlagung des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 so schön formuliert? Die Altparteien haben es schlecht mit uns erwischt. Wir haben ihr Vertrauen verscherzt. Es wäre besser, die Altparteien würden uns auflösen und sich ein anderes Volk wählen.

Die drei Jungs prosten sich zu.

Manni (an Gerhard gerichtet): Und wie läufts mit Deiner Freundin?

Gerhard (etwas unwirsch): Ich sag ihr immer: Einer muss die Kraft und den Willen haben, den familienpolitischen Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte mit klaren politischen Maßnahmen zu begegnen. Wir werden die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und möglichst vielen Kindern, wieder in den Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Denkens und Handelns stellen. Mit uns bekommen Eltern die bestmöglichen Rahmenbedingungen zur Gründung und Führung einer Familie und unsere Kinder die bestmöglichen Chancen auf eine gute und gesunde Entwicklung.

Manni: Und, will sie möglichst viele Kinder?

Gerhard (etwas verlegen): Haben wir noch nicht besprochen. Aber ich denke als Zeichen der Unterstützung für angehende Eltern könnte ein Baby-Begrüßungsgeld in Höhe von 2.000 Euro für die ersten beiden Kinder und von 4.000 Euro für jedes weitere Kind einführen. Damit möchten wir diejenigen honorieren, die den Mut zu Kindern haben und Verantwortung als Eltern beweisen. Gleichzeitig können damit finanzielle Hürden gerade in den ersten Lebensmonaten ausgeglichen werden.

Tommy (immer noch Single, einstimmend): Die Familie ist nicht nur die Keimzelle der Gesellschaft, sondern auch der einzige Garant einer lebenswerten Zukunft. Nur aus der Verbindung von Mann und Frau gehen Kinder und damit kommende Generationen hervor. Aus eben diesem Grunde stehen Ehe und Familie auch unter dem besonderen Schutz unseres Grundgesetzes. Wir sprechen uns daher klar gegen die staatliche Bewerbung und Förderung alternativer Lebensentwürfe aus. Wenn einzig und allein die Familie unter dem besonderen Schutz des Staates steht, ist das keine Diskriminierung, weil die Maßnahme durch eine Fülle von Sachgründen legitimiert ist. Der Schutz und die Sonderstellung der Familie aus Vater, Mutter und Kindern ist daher beizubehalten und als gesellschaftspolitisches Ziel zu formulieren, um die Zukunft und den Fortbestand unseres Volkes zu garantieren.

Gerhards Freundin kommt in die Kneipe.

Manni (grinsend): Ach da kommt sie ja, die Keimzelle der Gesellschaft. Findest Du nicht auch, dass linksextreme Parolen wie „Still loving Volkstod“, Aufrufe zum „Geburtenstreik“, Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch bis zum neunten Monat oder gar die Diskreditierung und Umdeutung von Lebensschützern als Fundamentalisten immer mehr um sich greifen?

(Steht auf mit dem Bierglas in der Hand): Dieser pervers-linke, radikal feministische und individualistische Ungeist zersetzt dabei nicht nur traditionelle Familien- und Rollenbilder, er leugnet und kriminalisiert selbst biologische Tatsachen.

Tommy (schon etwas angetrunken steht auch auf): Jawohl. Schon im Kleinkindalter werden die Grundlagen für die spätere Bildung von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen gelegt. Kinder müssen bereits in jüngsten Jahren gefördert und motiviert werden.

(Seine Stimme wird lauter): Von unschätzbarem Wert dafür ist das Vorlesen. Dabei erweitern die Kinder nicht nur ihren Wortschatz und ihr Sprachverstehen, sie lernen auch, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Diese und viele andere Vorteile sind in unzähligen Untersuchungen bestätigt und dokumentiert. Der Nutzen des Vorlesens für die geistige Entwicklung steht außer Frage. Demgegenüber steht die traurige Realität, dass etwa einem Drittel aller Kinder nicht oder kaum vorgelesen wird. Allzu oft übernimmt der Fernseher, das Tablet oder andere digitale Medien das, was dem kindlichen Geist selbst überlassen werden sollte. Unseren Kindern werden fertig gedachte und ausgestaltete Inhalte überlassen, die nur noch konsumiert und nicht ausgestaltet, weiterverarbeitet oder überdacht werden müssen.

Benno prostet zustimmend von der Theke hinüber.

Wortlos geht Gerhards Freundin auf die Jungs zu und herrscht sie an: „Haltet Euer Maul. Gerd, sofort nach Hause! Wir wollten doch Tanzen gehen! (Und leiser zischt sie:) Das mit den vielen Kindern schminke dir mal ganz ab. Du willst doch für ein schönes Auto sparen.“

Titelbild: WordPress K.I.: Prompt: A moody documentary-style photograph of a rustic German village pub after a heated conversation, showing half-finished beer glasses, an empty wooden table, chairs slightly displaced, and subdued evening light filtering through the windows. The composition should feel uneasy and reflective, with no people, readable text, or logos.

Zitate in Kursiv aus „Das Land zuerst. Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026″


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