2026: Der „Schwarze Schwan“ wartet

Quelle: Screenshot https://www.politico.com/news/magazine/2026/01/02/black-swan-events-2026-00708074

Ich hatte weiter unten im Blog schon zu den „For Ever Wars“ 2026 geschrieben (Nebenbei: die USA haben offensichtlich heute Venezuela angegriffen. Wer 2024 für den derzeitigen US-Präsident gestimmt hat, der ja alle Kriege in kürzester Zeit beenden wollte, sollte sich auf seinen Gemütszustand untersuchen lassen).

Das US-Magazin POLITICO (im Besitz der Axel Springer AG) hat heute eine Serie von 15 Gastbeiträgen veröffentlicht, die sich mit möglichen Black Swan-Ereignissen im Jahr 2026 beschäftigen. Es läuft einem kalt den Rücken runter, wie Fachleute Szenarien von Crashs an der Börse, Klima-Tipping Points und KI-induzierte Politszenarien beschreiben. Einer ist besonders beängstigend (hier übersetzt mit Google Translate):

Die Gesellschaft gerät in einen psychosozialen Abgrund“
VON ERICA ORANGE
In diesem Szenario wandelt sich die Gesellschaft von der heutigen, stark polarisierten, aber dennoch gemeinsamen Welt – in welcher Gruppen Ereignisse unterschiedlich interpretieren – hin zu einer zersplitterten Realität, in der Ereignisse selbst nicht verifiziert, ihre Ursprünge nicht zurückverfolgt und keine autoritative Quelle die Wahrheit beweisen kann. Anstelle gegensätzlicher politischer Narrative und Verschwörungstheorien gerät die Gesellschaft in einen psychosozialen Abgrund, in dem KI eine Reihe paralleler Realitäten erschafft. Dies markiert nicht den Übergang von Meinungsverschiedenheiten zu tieferen Meinungsverschiedenheiten, sondern vom bloßen Uneinigkeitszustand zum völligen Zusammenbruch einer gemeinsamen Realität. Dies führt zu einer Umwälzung der Zwischenwahlen (zum US-Kongress).

Ultrarealistische Deepfakes überschwemmen die Informationssphäre. Eine Woche vor der Wahl zeigt ein Deepfake einen Kandidaten, wie er ein Bestechungsgeld von einer ausländischen Regierung annimmt. Minuten später zeigt ein weiterer Deepfake den Gegenkandidaten, wie er die Abschaffung von Wahlen fordert. Beide Clips verbreiten sich viral, bevor Faktenchecker reagieren können. KI generiert umgehend Tausende von unterstützenden „Augenzeugenberichten“ mit hyperrealistischen Stimmen, Hintergrundgeschichten und Social-Media-Profilen. In den folgenden Tagen erheben KI-generierte „geleakte Dokumente“ Vorwürfe der Wahlmanipulation, ausländischer Hackerangriffe und gefälschter Stimmzettel. Die Öffentlichkeit misstraut nicht länger der Regierung, sondern der Realität.

Demokratische Institutionen erweisen sich als unfähig, in digitaler Geschwindigkeit zu reagieren. Während über Verifizierungsprotokolle debattiert wird, generieren KI-Systeme stündlich Tausende neuer, widersprüchlicher Narrative. Das Vertrauen schwindet. Bürgerliches Verantwortungsbewusstsein verkümmert. Fragmentierte Wahrheitsinseln verhärten sich zu antagonistischen Lagern. Die Bürger werden apathischer. Institutionelle Autorität bricht zusammen. Das entstandene Vakuum wird rasch von schnell agierenden autoritären Akteuren und immer mächtigeren Technologieplattformen gefüllt, die als neue Schiedsrichter der „Wahrheit“ auftreten.

Unter den 15 Szenarien hat mich das von Frau Orange am meisten erschreckt. Es stellt nichts weniger als den Zusammenbruch der politischen Ordnung in den Gesellschaften dar – nicht durch einen Atomschlag, ein KKW-Gau oder eine Klimakatastrophe, sondern geradezu unsichtbar und versteckt in unseren Smartphones und Social Media-Accounts.

Es muss daran erinnert werden, dass in Deutschland eine ganze Reihe von Kommunal- und Landtagswahlen stattfinden. Wir sind technologisch nicht von den USA isoliert, sondern im Gegenteil: voll integriert!

Die Dystopie, die in den USA schon Realität ist, droht nach Europa überzuschwappen. Man kann sich dagegen nicht einmal warm anziehen….


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2 Gedanken zu “2026: Der „Schwarze Schwan“ wartet

  1. Das ist in der Tat sehr erschreckend. Und wenn es nicht in 2026 passiert, in einem der Folgejahre kann man sich das durchaus vorstellen. Ich finde, man merkt selbst schon erste Anzeichen. Ich frage mich inzwischen immer wieder, ob das wirklich stimmt, was ich lese, höre, sehe oder eine KI-Erfindung ist.

    Vielleicht führt so ein Effekt aber auch zu einer Gegenbewegung. In dem SInne, dass alle wieder mehr Wert auf persönliche Treffen legen. Hoffen wir, dass das Szenario von Frau Orange nicht eintrifft.

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    1. Mir fällt bei Google-Suche immer mehr die K.I. ins Auge – und klar, irgendwie „beantwortet“ sie alle Fragen umfassend und „nett“. Ich gehe mittlerweile zu alternativen Suchmaschinen außerhalb des US-Spektrums oder direkt zu Wikipedia. Irre finde ich, was sich auf YouTube an KI-erzeugt tummelt. Ansonsten bleibe ich – meiner journalistischen Ausbildung gemäß bei den klassischen Medien und natürlich meiner biologischen Intelligenz 🙂 Plausibilität ist immer noch ein guter Rat. Aber zu den Wahlen bei uns, da sehe ich mit Angst und Schrecken in unsere Nachbarregion Sachsen-Anhalt.

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